Clinton offiziell im Rennen - Widerstand bei Republikanern

 Die frühere First Lady und US-Außenministerin Hillary Clinton will als erste Präsidentin ins Weiße Haus einziehen - und spaltet mit ihrer Ankündigung das Land. Mit Lob und Kritik reagierten die beiden politischen Lager in den USA.

Clinton offiziell im Rennen - Widerstand bei Republikanern
Clinton offiziell im Rennen - Widerstand bei Republikanern

Clinton war am Sonntag mit einem Tweet und einem kurzen Video auf ihrer Webseite in den Präsidentschaftswahlkampf eingestiegen. Sie machte zum Auftakt deutlich, dass sie um jede Stimme kämpfen werde. In dem Video stellte sie soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt. «Normale Amerikaner brauchen einen Vorkämpfer, und ich möchte diese Vorkämpferin sein.»

Die Demokraten begrüßten die Kandidatur Clintons. «Ich bin für Hillary bereit. Und Amerika ist für Hillary bereit», schrieb die demokratische Senatorin Barbara Mikulski aus Maryland, wie die «Washington Post» berichtete.

Die Republikaner hingegen kündigten erbitterten Wahlkampf gegen den nach ihrer Ansicht von langer Hand geplanten Clinton-Wahlkampf an. Clintons offizielle Bewerbung löste sofort Angriffe einer Reihe ihrer potenziellen republikanischen Rivalen aus. Jeb Bush schrieb laut «Washington Post» in einer E-Mail an Wahlkampfspender: «Es ist an uns, sie zu stoppen.» Ted Cruz erklärte, Clinton repräsentiere «die verfehlte Politik der Vergangenheit».

Nur Stunden nach der Bekanntgabe der Kandidatur der 67-Jährigen starteten die Republikaner eine «Stop Hillary»-Kampagne. Die Partei sucht auf ihrer Webseite GOP.com 100 000 Parteigänger, die sich im anstehenden Wahlkampf gegen Hillary Clinton stemmen und einen republikanischen Herausforderer unterstützen. Der Parteivorsitzende Reince Priebus stellte Clinton in einem Gastbeitrag in der Zeitung «USA Today» wegen einer Reihe von Skandalen als nicht vertrauenswürdig dar.

Clintons Wahlkampfeinstieg war bereits seit längerem erwartet worden. 2008 unterlag sie bei der innerparteilichen Kandidatenkür gegen den derzeitigen Präsidenten Barack Obama. Bereits in den nächsten Tagen plant die Ehefrau des früheren Präsidenten Bill Clinton Reisen in Staaten, die frühzeitig Vorwahlen abhalten, darunter Iowa, wie ihr Berater John Podesta in einer E-Mail an Unterstützer schrieb. Dabei wolle sie das persönliche Gespräch mit den Bürgern suchen. Eine große Auftaktveranstaltung sei im kommenden Monat geplant.

Nach Ansicht des Politologen Stefan Fröhlich von der Universität Erlangen-Nürnberg polarisiert Clinton. Das habe sich auch beim letzten Wahlkampf 2008 gezeigt, als sie mit großem Pomp auftrat «und sich schon im Weißen Haus wähnte», sagte Fröhlich am Montag im WDR 5 Morgenecho. Für diesen Wahlkampf rechnet Fröhlich mit einem bescheideneren Stil der Kandidatin.

Am Montagabend (Ortszeit) will der republikanische Senator Marco Rubio aus Florida seine Kandidatur erklären. Bereits zuvor hatten seine Partei- und Senatskollegen Cruz und Rand Paul ihre Bewerbung bekanntgegeben.