Clinton sichert sich praktisch die Nominierung

Hillary Clinton wird aller Voraussicht als erste Frau die Demokraten in den Präsidentschaftswahlkampf der USA führen. Mit einem Sieg im Vorwahlstaat New Jersey überschritt sie nach Angaben von US-Medien die dafür nötige Schwelle deutlich.

Clinton sichert sich praktisch die Nominierung
Peter Foley Clinton sichert sich praktisch die Nominierung

Clinton ist jedoch weiter auf Super-Delegierte angewiesen, die ihre Meinung auf dem Parteitag im Juli theoretisch ändern können. Es ist noch offen, wie viele dieser Parteifunktionäre und Mandatsträger sie brauchen wird.

Ihr Konkurrent Bernie Sanders gewann am Dienstag North Dakota. Am Dienstag wird bei den Demokraten noch in Montana, New Mexico, South Dakota und Kalifornien gewählt. In Kalifornien ist ein knapper Ausgang prognostiziert.

Bei den Republikanern war Donald Trump in fünf Vorwahlen einziger Kandidat. Er hatte bereits zuvor die Nominierungsschwelle überschritten. Er rief seine Partei eindringlich zur Geschlossenheit auf. «Sie geben mir die Ehre, die Partei zu führen», sagte er in der Nacht zum Mittwoch. «Wir schließen nun ein Kapitel der Geschichte und beginnen ein anderes», sagte Trump.

Der Milliardär gab sich in seiner Rede betont staatsmännisch und zurückhaltend, integrativ und positiv. «Ich werde Euch stolz auf Eure Partei und die Bewegung machen» sagte Trump. Er danke jedem einzelnen Wähler. «Und denen, die jemand anders gewählt haben, sage ich: Ich werde mich sehr, sehr anstrengen, um Eure Unterstützung zu gewinnen.»

Trump wurde auch am Wahltag selbst, an dem die Republikaner in fünf US-Bundesstaaten abstimmten, noch aus dem Establishment für seine Positionen und Haltungen kritisiert.

«Ich bevorzuge immer den Frieden», sagte Trump, «ich beziehe immer alle Parteien ein, und ich werde immer alle miteinbeziehen.»

Scharf griff Trump Clinton an. «Die Clintons haben die Kunst der Bereicherung in eine eigene Kunstform verwandelt», sagte Trump. Er kündigte für den Beginn der nächsten Woche eine «große Rede» zu den «Verfehlungen und Problemen» der Clintons an.

Mit der Nutzung eines privaten Servers für ihre E-Mails habe Clinton als Außenministerin die Sicherheit des ganzen Landes gefährdet.

«Das letzte, was wir brauchen, ist Clinton im Weißen Haus oder eine Fortsetzung des Obama-Desasters», sagte Trump.

Direkt wandte sich Trump an die Sanders-Anhänger: «Wir heißen Euch mit offenen Armen willkommen!», sagte Trump.

«Unser Land wird niemals klein beigeben», sagte Trump. «Ich habe für meine Familie und mein Business gekämpft, und jetzt kämpfe ich für Euch, für das amerikanische Volk.» Trump sagte: «Ihr seht hier keinen Politiker kämpfen, sondern mich. Ich werde Amerikas Champion sein.»

«Es geht nicht um Republikaner oder Demokraten», sagte Trump. «Es geht nicht um Spezialinteressen. Es geht um das amerikanische Volk.» Auch wolle er sich um die Afroamerikaner kümmern, denen so lange Unrecht zugefügt worden sei, außerdem um die maroden und verkommenen Innenstädte.

«Nach Jahren der Enttäuschung haben wir gesehen, wir können uns niemals auf die Leute verlassen, die das System kaputt gemacht haben», sagte Trump. «Ich werde Euch niemals, niemals im Stich lassen.»

Die Schönheit seines Grundsatzes «America first» sei, dass dieser alle zusammenbringe. Er werde alle verloren gegangenen Jobs zurück nach Amerika holen, versprach Trump, sagte aber nicht, wie. «Wir bringen Amerika zurück an die Arbeit.»