Mutter muss 14 Jahre in Haft

Tote Säuglinge, verpackt in Plastiktüten. Acht Babyleichen entdeckten Ermittler im vergangenen November im oberfränkischen Wallenfels. Die Mutter soll nun lange ins Gefängnis - aber nicht wegen Mordes.

Totschlags an vier ihrer Babys: Lange Haftstrafe für Mutter
Nicolas Armer Totschlags an vier ihrer Babys: Lange Haftstrafe für Mutter

Wegen Totschlags ist die Mutter der acht toten Babys von Wallenfells zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Mit 14 Jahren Haft für die 45-Jährige blieb das Landgericht Coburg am Mittwoch in seinem Urteil aber knapp unter der möglichen Höchststrafe, die ein Jahr länger vorsieht. Die Frau sei in vier Fällen schuldig, sagte der Vorsitzende Richter Christoph Gillot. Eine Verurteilung der Frau wegen Mordes, wie es die Staatsanwaltschaft gefordert hatte, lehnte das Gericht ab.

Die acht toten Säuglinge waren im vergangenen November im oberfränkischen Wallenfels gefunden worden. Bei vier der Babys war laut Staatsanwaltschaft nicht festzustellen, ob sie gelebt hatten oder lebensfähig gewesen wären.

Der wegen Beihilfe zum Mord angeklagte Vater wurde vom Gericht freigesprochen. Für eine Verurteilung des 55-Jährigen etwa wegen Beihilfe zum Totschlag hätte dieser damit rechnen müssen, dass seine Frau Kinder tötet. Dafür habe das Gericht aber keinen Nachweis.

Die Staatsanwaltschaft hatte für die Mutter lebenslange Haft wegen Mordes in vier Fällen und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert.

Die Mutter akzeptierte das Urteil. "Wir werden keine Revision einlegen, das ist mit meiner Mandantin abgesprochen", sagte ihr Verteidiger Till Wagler. Nun kann noch die Staatsanwaltschaft binnen einer Woche Revision einlegen. Die Behörde war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.