«Colonia» in Toronto: Gallenberger und Brühl gefeiert

Packende Handlung, politischer Aufruhr, eine gefährliche Sekte: Der historische Thriller «Colonia» des deutschen Regisseurs Florian Gallenberger mit Daniel Brühl in der Hauptrolle hat beim 40. Toronto International Film Festival (TIFF) Weltpremiere gefeiert.

Der Film über ein junges Paar, das sich 1973 in Chile mitten in den blutigen Auseinandersetzungen des Militärputsches gegen Präsident Salvador Allende wiederfindet, wurde nach der Premiere am späten Sonntagabend (Ortszeit) vom Publikum mit langanhaltendem Applaus honoriert.

Hauptdarsteller Daniel Brühl («Rush») erklärte anschließend vor ausverkauftem Saal, dass seine Kollegin Emma Watson («Harry Potter») die schwierigere Rolle gehabt habe. «Es ist nicht die gewöhnliche Geschichte vom Jungen, der das Mädchen rettet, sondern andersherum. Sie rettet ihn. Sie musste stark sein. Ich hingegen bin derjenige, der verloren wirkt», sagte Brühl.

Brühls Figur wird von den Anhängern General Pinochets zur komplett abgeschirmten Kommune Colonia Dignidad gebracht und dort gefoltert. Seine Freundin Lena (Watson) bietet sich als neues Mitglied der Gruppe an, um ihn zu befreien - was zum lebensgefährlichen Unterfangen im Kampf gegen Anführer Paul Schäfer (Michael Nyqvist) wird.

«Ich habe in der dritten Klasse zum ersten Mal von Colonia Dignidad gehört und kann mich noch gut daran erinnern, wie sehr mich die Geschichte aufgewühlt und in Rage versetzt hat», sagte der Oscar-prämierte Regisseur Gallenberger («Quiero Ser»). Seitdem habe ihn das Thema nie ganz losgelassen. Daniel Brühl sei von Anfang an seine Wunschbesetzung gewesen. «Es gab für mich nie einen Zweifel daran, wer den Part spielen soll», so Gallenberger. Deutscher Starttermin ist der 21. Januar 2016.

Bis zum  20. September werden beim Filmfest in Toronto 289 Filme und 110 Kurzfilme  präsentiert. Deutschland ist mit neun Lang- und drei Kurzfilmen, sowie mehr als 20 Koproduktionen vertreten.