Commerzbank besorgt sich frisches Geld

Die Commerzbank hat über Nacht ihre zehnte Kapitalerhöhung seit der Finanzkrise durchgezogen. Das Institut sammelte knapp 1,4 Milliarden Euro ein, wie es in Frankfurt mitteilte. Damit nutzte die Bank das derzeit günstige Börsenumfeld, um ihre Puffer gegen neue Krisen zu stärken.

Die neuen Aktien wurden nur institutionellen Anlegern angeboten. Die in den vergangenen Jahren schwer gebeutelten Altaktionäre gingen leer aus. Der Preis für die Anteilsscheine lag bei 12,10 Euro pro Stück, das waren gut sechs Prozent weniger als der Schlusskurs am Montagabend.

Für die rund zehnprozentige Kapitalerhöhung nutzte die Commerzbank eine von der Hauptversammlung erteilte Genehmigung. Der Aktienanteil der Altaktionäre verwässerte damit weiter. Sie haben seit der Übernahme der Dresdner Bank und der Finanzkrise 2008 nun insgesamt zehn Kapitalmaßnahmen über sich ergehen lassen müssen. Parallel erhielten sie nie eine Dividende.

Das soll sich nun aber offenbar bald ändern. Im kommenden Jahr könnte es erstmals seit dem Amtsantritt von Vorstandschef Martin Blessing 2008 eine Ausschüttung geben. Im ersten Quartal legte die Bank dafür bereits 57 Millionen Euro zur Seite.

Die Commerzbank war in der Finanzkrise vom Bund mit 18,2 Milliarden Euro gerettet worden. Die direkten Hilfen sind inzwischen dank mehrerer milliardenschwerer Kapitalerhöhungen komplett zurückgezahlt. Allerdings ist der Bund noch direkt an der Bank beteiligt. Weil der Bankenrettungsfonds Soffin bei der jüngsten Kapitalerhöhung wie die übrigen Altaktionäre ausgeschlossen war, ging der Anteil von 17,2 Prozent auf unter 16 Prozent zurück. Lange hatte der Soffin gut ein Viertel der Commerzbank-Aktien gehalten und damit eine Sperrminorität beim zweitgrößten deutschen Geldhaus.

Mit der aktuellen Kapitalerhöhung polsterte die Commerzbank ihre Kapitalpuffer auf. Damit stellt sich das Institut auf eine weitere mögliche Verschärfung der Anforderungen von Aufsehern und Investoren ein.