Corbusier-Häuser in Stuttgart sind Weltkulturerbe

Nach zwei vergeblichen Anläufen sind zwei Häuser der Stuttgarter Weissenhofsiedlung des Stararchitekten Le Corbusier zum Weltkulturerbe ernannt worden.

Corbusier-Häuser in Stuttgart sind Weltkulturerbe
Franziska Kraufmann Corbusier-Häuser in Stuttgart sind Weltkulturerbe

Die Unesco nahm am Sonntag in Istanbul Bauten Le Corbusiers in sieben Ländern auf die Liste des Welterbes auf, wie die Kulturorganisation der Vereinten Nationen mitteilte. Ursprünglich sollte die Entscheidung bereits am Samstag fallen. Das Welterbekomitee hatte seine Sitzung aber wegen des Putschversuchs in der Türkei unterbrochen.

Der internationale Antrag für die Aufnahme der Le-Corbusier-Bauten war zuvor zweimal abgelehnt worden. An der überarbeiteten Form haben sich jetzt sieben Staaten von drei Kontinenten beteiligt. Neben Deutschland waren das Argentinien, Belgien, Frankreich, Indien, Japan und die Schweiz. Der Antrag betonte die herausragende Bedeutung Le Corbusiers für die Architektur des 20. Jahrhunderts. Das Werk sei Zeugnis der Globalisierung der Moderne, hieß es.

Am Freitag hatte die Unesco mehrere Stätten aus Europa und Asien zum Weltkulturerbe erklärt, darunter das antike Philippi in Griechenland. Insgesamt lagen der Kulturorganisation der Vereinten Nationen 27 Nominierungen vor.

Die zwei Häuser der Stuttgarter Weissenhofsiedlung des schweizerisch-französischen Architekten und Stadtplaners Le Corbusier (1887-1965) sind die einzige Nominierung aus Deutschland gewesen. Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) bewertete die Siedlung als auch nach fast 100 Jahren noch vorbildhaft: «Le Corbusiers Impuls, günstige Wohnungen mit innovativen Grundrissen und neuen Materialien zu bauen, ist noch immer wegweisend und muss daher Ansporn für unsere Architekten und Stadtplaner sein.»