Dämpfer für Konsumstimmung: Verbraucher weniger optimistisch

Nach Monaten scheinbar ungebremster Konsumlust der Deutschen hat die Verbraucherstimmung im September einen leichten Dämpfer erhalten. Viele Haushalte rechneten nicht mehr mit ähnlich starken Einkommensverbesserungen wie in den Vormonaten.

Dadurch zögerten sie etwas mit größeren Anschaffungen, berichtete das Marktforschungsunternehmen GfK. Auch hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung seien viele Konsumenten nicht mehr ganz so optimistisch wie noch vor einigen Monaten. Der Konsumklimaindex sank von 10,1 im August auf 9,9 Punkte im September.

Die Konsumforscher führen die leichte Abkühlung der Stimmung vor allem auf den Schuldenstreit mit Griechenland zurück. Auch wenn sich die EU inzwischen mit Athen auf ein neues Hilfsprogramm geeinigt habe, wirke der Streit nach. Trotzdem könne nicht davon gesprochen werden, «dass der Konsummotor ins Stottern gerät oder sogar abgewürgt wurde», betonte die GfK in ihrer Konsumklimastudie. Nach wie vor bewege sich der Indikator auf einem hohen Niveau.

Allerdings stellen die schlechter laufenden Geschäfte deutscher Autobauer in China nach Einschätzung der Konsumforschern auch ein Risiko für das Konsumklima in Deutschland dar.

Sollte die Entwicklung anhalten, könnten Arbeitsplätze bei deutschen Autoherstellern und Autozulieferern bedroht sein, sagte der GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl der Deutschen Presse-Agentur. Das könne auch bei Beschäftigten in anderen Branchen Jobängste auslösen.

«Denn die deutschen Autobauer sind, was den Export angeht, ein Leuchtturmbereich.» Wer sich aber um seinen Arbeitsplatz sorge, zögere mit größeren Anschaffungen, was dann auf die Konsumstimmung drücke.