Daimler kommt selbst gesteckten Zielen näher

Der Autobauer Daimler hat im dritten Quartal spürbar Boden gutgemacht und sieht sich bei seinen Zielen klar auf Kurs.

«Unsere Strategie zahlt sich aus», sagte Vorstandschef Dieter Zetsche am Donnerstag in Stuttgart. «Wir wachsen weiter profitabel und blicken auch über das Gesamtjahr hinaus optimistisch nach vorne.»

Der Gewinn unterm Strich verdoppelte sich mit 2,8 Milliarden Euro nahezu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 67 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Die Erlöse wuchsen um 10 Prozent auf 33,1 Milliarden Euro. Positiv wirkte sich der Ausstieg beim Motorenbauer Rolls-Royce Power Systems (früher Tognum) aus, der eine Milliarde Euro einbrachte. Eckdaten hatte Daimler schon in der vergangenen Woche vorgelegt.

Man sei zuversichtlich, die selbst gesteckten Ziele «nachhaltig zu erreichen», erklärte Zetsche. Daimler will bis 2020 an den Erzrivalen BMW und Audi vorbeigezogen und zur Nummer eins in der Oberklasse aufgestiegen sein.

In der Autosparte streben die Schwaben eine Umsatzrendite - das Verhältnis aus dem operativen Gewinn und den Erlösen - von 10 Prozent an. Im dritten Quartal waren es nun bereits 8,5 Prozent. Finanzchef Bodo Uebber stellte eine «stufenweise Verbesserung» in Aussicht - ließ aber offen, wann die 10-Prozent-Marke geknackt werden könnte.

Als Grund für die positive Entwicklung nannte Daimler unter anderem die Auswirkungen seiner laufenden Effizienzprogramme. Bis zu 90 Prozent der geplanten Sparsumme von 2 Milliarden Euro in der Pkw-Sparte sollen demnach schon in diesem Jahr eingespielt werden. Bis Ende 2014 sollen in der Truck-Sparte zudem bis zu 80 Prozent des Sparziels von 1,6 Milliarden Euro zu Buche schlagen.

Hinzu kamen zahlreiche neue Modelle wie das Flaggschiff S-Klasse und die neuen Kompaktwagen. Ergebniszuwächse erzielte die Kernsparte den Angaben zufolge auch, weil Daimler für seine Fahrzeuge höhere Preise erzielen konnte. Für 2014 rechnen die Stuttgarter mit einem neuen Absatzrekord. Bis dahin folgen noch weitere neue Modelle wie etwa die überarbeitete B-Klasse und der Stadtflitzer Smart.

An seiner Prognose hält der Autobauer unverändert fest, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Demnach sollen das operative Ergebnis aus dem laufenden Geschäft und der Umsatz deutlich über dem Vorjahreswert liegen. Bei den Werten aus dem laufenden Geschäft rechnet Daimler hinzugekommene oder verkaufte Beteiligungen heraus.

Seinen Anteil am US-Elektropionier Tesla hatte Daimler erst in dieser Woche abgestoßen. Der Anteilsverkauf dürfte sich mit rund 600 Millionen Euro positiv auf das Jahresergebnis auswirken. Zu einem möglichen Einstieg beim italienischen Motorradbauer MV Agusta wollte sich Daimler nicht äußern. Finanzvorstand Uebber kündigte unabhängig davon aber an: «Größere Zukäufe planen wir nicht.»