IS bekennt sich zu Anschlag in Texas

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu dem Anschlag auf einen Wettbewerb von Mohammed-Karikaturen im US-Bundesstaat Texas bekannt - und droht mit weiteren schweren Attacken.

IS bekennt sich zu Anschlag in Texas
Mike Stone IS bekennt sich zu Anschlag in Texas

Zwei «Soldaten» des IS hätten die Ausstellung angegriffen, erklärten die Extremisten über ihren Radiosender «Al-Bajan». Weiter hieß es: «Was kommt, wird ausgetüftelter und bitterer sein.» Die ausgestellten Zeichnungen hätten den Propheten Mohammed verunglimpft, hieß es zur Begründung.

US-Medien meinten, falls die Behauptung zutreffe, handele es sich um den ersten IS-Anschlag auf amerikanischen Boden. Dagegen sprachen US-Behörden bisher offiziell nicht von einem Terroranschlag. Einer der beiden Täter - ein zum Islam konvertierter Amerikaner - war nach Angaben der «New York Times» erst kürzlich erneut ins Visier der Bundespolizei FBI geraten - weil er Informationen über den IS in soziale Netzwerke gestellt habe.

Die beiden schwer bewaffneten Attentäter waren nach Angaben der Behörden bei dem Anschlag am Sonntag von der Polizei erschossen worden, nachdem sie selbst das Feuer eröffnet hatten. Auf der Veranstaltung sprach auch der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders. Zu dem Mohammed-Karikaturenwettbewerb hatte die als extrem rechts und islamfeindlich geltende New Yorker American Freedom Defense Initiative eingeladen.  

«Wir wussten, dass das kommen würde», sagte der republikanische Abgeordnete Steve King. Ziel der Dschihadisten sei es, das Recht auf freie Meinungsäußerung zu untergraben und islamisches Schariagesetz in den USA einzuführen.

Der IS hatte dem Westen mehrfach mit Anschlägen gedroht. Im März bekannten sich die Extremisten zu dem Anschlag auf das Nationalmuseum in Tunis mit mehr als 20 Toten. Auch einer der Attentäter von Paris, Amedy Coulibaly, hatte vor seinem Angriff auf einen jüdischen Lebensmittelladen dem IS die Treue geschworen, während die Mörder der Journalisten des Satiremagazins «Charlie Hebdo» der Al-Kaida zugerechnet werden. Die Terrormiliz IS beherrscht weite Gebiete in Syrien und im Irak; ihr «Kalifat» wird von den USA und Verbündeten seit Monaten bombardiert.

Zugleich stellten US-Medien die Frage, ob derartige Veranstaltungen nicht eine Provokation gegenüber Muslimen seien. Die «New York Times» sprach von «Spannungen zwischen der vom Westen befürworteten freien Meinungsäußerung und dem Beharren vieler Muslime, dass die Darstellung des Propheten Mohammed ein Sakrileg ist». Ein Sprecher von Präsident Barack Obama betonte, es gebe keine Rechtfertigung für derartige Gewalttaten.

Bei den beiden Attentätern handele es sich nach Angaben der Zeitung um 30 und 34 Jahre alte Muslime aus Phoenix in Arizona, die dort im selben Appartementkomplex gelebt hätten. Sie hätten dort auch in derselben Moschee gebetet.