Zwei Tote nach Schüssen bei Mohammed-Karikaturen-Ausstellung in USA

Zwei Unbekannte haben in den USA eine Ausstellung mit Mohammed-Karikaturen attackiert und sind kurz darauf von Sicherheitskräften erschossen worden.

Zwei Tote nach Schüssen bei Mohammed-Karikaturen-Ausstellung in USA
Larry W. Smith Zwei Tote nach Schüssen bei Mohammed-Karikaturen-Ausstellung in USA

Die Männer eröffneten vor dem Gebäude in einem Vorort von Dallas im US-Staat Texas am Sonntagabend (Ortszeit) das Feuer auf einen Sicherheitsbeamten, wie das Veranstaltungszentrum mitteilte. Kurz zuvor hatte der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders dort eine Rede gehalten.

Die New Yorker American Freedom Defense Initiative hatte in dem Dallas-Vorort Garland zu einem Mohammed-Karikaturen-Wettbewerb eingeladen. Die Organisation gilt als extrem rechts und anti-islamisch. Das Gebäude war abgesichert, die rund 200 Besucher mussten Metalldetektoren passieren.

Nach Medienberichten sprangen die Angreifer gegen 19.00 Uhr Ortszeit (02.00 MESZ am Montag) aus ihrem Auto und schossen auf den Wachmann. Dann seien sie bei einem Schusswechsel mit Polizisten getötet worden. Während der Schießerei wurden mehrere Geschäfte und Einkaufsmärkte geräumt. Bombenexperten untersuchten das Fahrzeug der Attentäter auf Sprengstoff. Auch die Wohnung der Täter wurde durchsucht. Einer der Schützen soll bereits zuvor wegen Terror-Verdachts aufgefallen sein.

Wilders reagierte schockiert. Das sei «ein Anschlag auf die Meinungsfreiheit. Inakzeptabel», schrieb er am Montag in einer SMS an das niederländische Fernsehen. Er twitterte außerdem ein Foto, das ihn mit schwer bewaffneten Sicherheitskräften zeigt. «Gott sei Dank verhinderten die Helden des SWAT-Teams das Schlimmste», schrieb er dazu. Pamela Geller, Präsidentin der American Freedom Defense Initiative, sprach von einem Krieg gegen die Meinungsfreiheit.

Bei dem Karikaturenwettbewerb waren als erster Preis 10 000 Dollar (9000 Euro) ausgeschrieben. Es habe mehr als 350 Einsendungen gegeben, hieß es. Satirische Abbildungen des Propheten Mohammed werden von vielen Muslimen als extrem beleidigend empfunden.

Am 7. Januar waren in Paris bei einem Anschlag islamistischer Terroristen auf das französische Satiremagazin «Charlie Hebdo», das wiederholt Mohammed-Karikaturen veröffentlicht hatte, zwölf Menschen umgekommen. Fünf Wochen später gab es bei einem Angriff auf eine Kulturveranstaltung in Kopenhagen einen Toten und mehrere Verletzte. Die Polizei ging davon aus, dass die Attacke in Kopenhagen dem schwedischen Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks galt, der aber unverletzt blieb.

Unterdessen bereitet sich auch die Polizei im hessischen Hanau auf eine Karikaturen-Schau vor, wo neben islamkritischen Zeichnungen im Schloss Philippsruhe auch eine Mohammed-Karikatur zu sehen sein wird. Trotz des Vorfalls in Texas wurden die Sicherheitsvorkehrungen dort aber nicht verstärkt. «Wir bewerten die Lage fortlaufend und sehen aktuell keinen Bezug zwischen Texas und Hanau», begründete ein Sprecher der Behörde am Montag in Offenbach die Entscheidung.