Daniel Barenboim denkt nicht ans Aufhören

Der Dirigent und Pianist Daniel Barenboim (72) will auftreten, solange das Publikum es vom ihm wünscht, bittet aber seine Zuhörer um etwas mehr Geduld bei der modernen Musik.

Daniel Barenboim denkt nicht ans Aufhören
Rainer Jensen Daniel Barenboim denkt nicht ans Aufhören

«Ich bin jetzt 65 Jahre auf der Bühne, und wenn ich eine Bitte äußern darf: Dass das Publikum ein bisschen mehr Geduld hat und beim ersten Hören nicht gleich aufgibt und wiederkommt - und ich werde spielen», sagte der Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper der Deutschen Presse-Agentur.

«Das Publikum hat mir dieses wunderbare Geschenk gegeben, dass es noch immer zu meinen Konzerten kommt.» Sein erstes Konzert habe er im August 1950 aufgeführt. «Man könnte denken, dass nach 65 Jahren das Publikum sagt: "Es reicht, warum sollen wir noch einmal kommen, das habe ich schon gehört, lass uns etwas Neues hören." Es bewegt mich sehr, dass das nicht der Fall ist», sagte Barenboim.

An diesem Donnerstag eröffnen Barenboim und seine Staatskapelle Berlin in der Philharmonie das Musikfest Berlin mit Kompositionen von Arnold Schönberg (1874-1951). Dabei kommen bis zum 20. September Orchester aus Europa, Israel und den USA zusammen, darunter neben den Berliner Orchestern auch das Boston Symphony Orchestra sowie die San Francisco Symphony.