Darmstadt verpasst Sieg - Diskussionen um Schiedsrichter

Nach der gefühlten Niederlage gegen den FC Augsburg legte Darmstadts Trainer Dirk Schuster seine Zurückhaltung ab. «In den vergangenen sechs Spielen gab es einige klare Entscheidungen gegen uns», beklagte Schuster nach dem 2:2 (2:0).

Darmstadt verpasst Sieg - Diskussionen um Schiedsrichter
Armin Weigel Darmstadt verpasst Sieg - Diskussionen um Schiedsrichter

«Wir haben immer schön die Fresse gehalten, haben die Faust in der Tasche geballt und alles geschluckt. Aber ich denke, es ist an der Zeit, das einmal zu äußern», sagte der «Lilien»-Coach nach dem knapp verpassten zweiten Heimsieg, mit dem der Aufsteiger einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt hätte machen können.

Was Schuster so in Rage brachte, war der Strafstoß für die Gäste in der Schlussminute. Der insgesamt schwache Schiedsrichter Bastian Dankert traf eine äußerst umstrittene Entscheidung, als er beim Zweikampf zwischen Sandro Sirigu und Ja-Cheol Koo ein Foul erkannte und auf den Punkt zeigte. «Jeder pfeift den wahrscheinlich nicht», meinte auch Augsburgs Trainer Markus Weinzierl.

Doch weil Dankert eine Viertelstunde zuvor einen klaren Treffer von Caiuby für alle unverständlich ebenfalls nicht anerkannt hatte, fühlten sich die Gäste vom Schiedsrichter nicht begünstigt. Im Gegenteil. «Wenn wir in der 76. Minute bereits den Ausgleich machen, gewinnen wir die Partie hier vielleicht noch, weil wir da richtig gut in Schwung waren», sagte Augsburgs Manager Stefan Reuter.

Für Weinzierl war der aberkannte Treffer ein weiterer Beleg dafür, dass es höchste Zeit wird, dass der Videobeweis in der Fußball-Bundesliga endlich kommt. «Es hätte zehn Sekunden gedauert, um zu sehen, dass das ein klares Tor war», sagte Weinzierl.

Sportlich konnten beide Teams am Ende für sich beanspruchen, je eine Halbzeit dominiert zu haben. Die Darmstädter bestimmten die ersten 45 Minuten und lagen zur Pause vor 16 000 Zuschauern durch Treffer von Mario Vrancic (12. Minute) und Sandro Wagner (40.) verdient in Führung. «Wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt», meinte Torschütze Vrancic.

Doch nach dem Seitenwechsel ließen sich die Hausherren zu sehr in die eigene Hälfte zurückdrängen. Die Gäste steigerten sich dagegen deutlich, auch weil Weinzierl in der Pause so richtig laut geworden war. «Er hat deutliche Worte gefunden», sagte Feulner schmunzelnd.

Der Augsburger Routinier brachte sein Team in der 63. Minute mit einem schönen Fernschuss zurück ins Spiel. Danach hatte der FCA mehrere gute Chancen zum Ausgleich. Am Ende bedurfte es aber eines Elfmeter-Geschenks, um nicht mit leeren Händen die Heimreise anzutreten. «Gerade nachdem wir gegen Leverkusen vor einer Woche ein 3:0 noch hergegeben hatten, war es wichtig, dass wir hier einen Punkt holen und selbst einmal ein Spiel drehen», sagte Reuter. Mit jeweils 27 Punkten haben Augsburg und Darmstadt nun drei Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz 16.

Die Darmstädter hatten vor dem Spiel eindrucksvoll von ihrem Edelfan Jonathan «Johnny» Heimes Abschied genommen. Der gute Freund von Tennisprofi Andrea Petkovic war Anfang der Woche im Alter von nur 26 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Mit seinem Motto «Du musst kämpfen» hatte er auch die «Lilien» inspiriert. Vor der Partie gab es deshalb eine Schweigeminute, beide Teams spielten mit Trauerflor. «Viele Gedanken bei uns waren vor dem Spiel und auch während der 90 Minuten bei ihm», sagte Schuster.