Zeuge zeigt sich in Tugce-Prozess verwundert über Eskalation

Im Prozess um den Tod der Studentin Tugce hat sich ein Zeuge verwundert über die gewaltsame Zuspitzung des Konflikts zwischen der jungen Frau und einer Gruppe junger Männer gezeigt.

Beide Seiten hätten sich in der Tatnacht in einem Offenbacher Schnellrestaurant gestritten - als die Beteiligten nach draußen gegangen seien, habe er nicht damit gerechnet, dass der Konflikt so eskalieren würde, sagte der 29-jährige Zeuge vor dem Darmstädter Landgericht: «Keiner von uns ging davon aus, dass es draußen zu dieser Tragödie kommt.»

Er habe zuvor die Gruppe junger Männer beruhigt, die in dem Restaurant mit mehreren jungen Frauen um Tugce in Streit geraten war. Aggressiv seien beide Seiten gewesen, berichtete der Zeuge, der als Türsteher in Diskotheken arbeitet. Der Angeklagte Sanel M. sei ihm in dem Restaurant nicht als besonders aggressiv aufgefallen.

Sanel M. steht wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor Gericht. Er soll der 22-jährigen Tugce im November vergangenen Jahres auf dem Parkplatz des Restaurants so heftig ins Gesicht geschlagen haben, dass sie stürzte, mit dem Kopf hart aufschlug und später starb.