Das kommt jetzt auf die Griechen zu

Das neue milliardenschwere Kreditprogramm für Griechenland ist in Reichweite. Umsonst gibt es das viele Geld allerdings nicht. Das kommt jetzt auf die Griechen zu:

- Mehr Arbeit: Rente erst mit 67 Jahre, weniger Anreize für einen vorzeitigen Ruhestand: Das derzeit sehr teure griechische System für die Altersversorgung muss komplett erneuert werden.

- Mehr Wettbewerb: Bauingenieure, Notare und andere Selbstständige sollen sich untereinander mehr Konkurrenz machen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Reformen der Berufsregeln geplant. Zudem sollen die Sonntagsöffnungszeiten ausgeweitet werden, um den Konsum anzuregen.

- Höhere Steuern: Die Mehrwertsteuer für viele Waren und Dienstleistungen wurde bereits von 13 auf 23 Prozent angehoben - sozusagen als Vorleistung und Beleg des Reformwillens. Der Kampf gegen die Steuerhinterziehung soll deutlich intensiviert werden.

- Privatisierungsoffensive: Bis Ende Oktober müssen Ausschreibungen für die Häfen von Piräus und Thessaloniki stehen, regionale Flughäfen sollen künftig vom deutschen Unternehmen Fraport betrieben werden.

- Verwaltungsumbau: Vergünstigungen für Staatsangestellte, langsame Verfahren - alles, was ineffizient ist, kommt auf den Prüfstand. Das Ziel: Mehr Tempo und natürlich Einsparungen.

- Reform des Finanzsystems: Wer seine Kredite nicht zurückzahlt, soll künftig schneller Konsequenzen zu spüren bekommen. Dafür ist eine neue Insolvenzordnung vorgesehen.