Davos: Schäuble fordert Milliarden zur Flüchtlingsversorgung

Im Schweizer Alpenkurort Davos wird heute die Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums fortgesetzt.

Davos: Schäuble fordert Milliarden zur Flüchtlingsversorgung
Laurent Gillieron Davos: Schäuble fordert Milliarden zur Flüchtlingsversorgung

Auf der Tagesordnung steht unter anderem eine Debatte über die Zukunft der Europäischen Union angesichts der Flüchtlingskrise sowie anhaltender wirtschaftlicher Probleme in vielen ihrer Mitgliedsländer.

Für eine effektive Eindämmung der Massenflucht nach Europa müsste nach den Worten des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble (CDU) erheblich mehr Geld zur Versorgung von Kriegsflüchtlingen in Syriens Nachbarländern bereitgestellt werden. Dies werde Europa zwar etliche Milliarden mehr als bisher kosten, aber es sei dringend nötig, sagte Schäuble in Davos.

Die Krisen und Konflikte in Afrika und im Nahen Osten seien auch ein europäisches Problem, sagte Schäuble in einer Debatte zur «Zukunft Europas» mit den Regierungschefs von Frankreich, Griechenland und den Niederlanden. «Was dort schiefgeht, landet nicht in den USA oder in Australien, es landet in Europa.»

Der Streit in der EU über Verteilungsmechanismen für Flüchtlinge habe sich als fruchtlos erwiesen. Deshalb plädiere er für eine «Koalition der Willigen» - wer Geld geben könne zur Versorgung von Flüchtlingen in deren Region, der solle dies tun. Deutschland habe dafür derzeit mehr finanziellen Spielraum. «Ich werbe in meinem Land dafür, dass wir alles, was wir an Spielraum haben, mit anderen Europäern zusammen in die Region investieren», sagte der Minister.

Später spricht der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu mit Blick auf die anstehenden deutsch-türkischen Regierungskonsultationen über die «Globale Rolle der Türkei». Großbritanniens Premierminister David Cameron spricht über die Außenpolitik seiner Regierung; erwartet werden dabei Einschätzungen zum Verhältnis Londons zur EU.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu stellt sich Fragen zur Politik seiner Regierung angesichts der zahlreichen Krisen im Nahen Osten. An den Beratungen des Weltwirtschaftsforums beteiligen sich rund 2500 Politiker, Manager und Wissenschaftler aus mehr als 100 Ländern.