Dax-Anleger bleiben vorsichtig

  Der Dax hat am Freitag nach seinem Vortagesrutsch einen Stabilisierungsversuch gestartet.

Nach einem schwächeren Start erholte sich der deutsche Leitindex und trat am Vormittag mit einem Plus von 0,03 Prozent auf 10 786,05 Punkte nahezu auf der Stelle. Auf Wochensicht zeichnet sich damit ein Minus von gut 2 Prozent ab. Nach der Kursrally seit Ende September mit fünf Gewinnwochen in Folge wäre das aber der erste Verlust.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax büßte am Freitag 0,16 Prozent auf 20 627,75 Punkte ein und der Technologiewerte-Index TecDax sank um 0,69 Prozent auf 1796,97 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kam zum Wochenschluss nicht vom Fleck.

Die Unsicherheit über die möglichen negativen Auswirkungen einer Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank Fed halte auch die Investoren in Europa in ihrem Bann, schrieb Aktienmarktstratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank in einem Marktkommentar. Ein starker Arbeitsmarktbericht vor einer Woche hatte die diesbezüglichen Erwartungen verstärkt.

Analyst Angus Nicholson vom Broker IG sieht zudem Konjunkturdaten aus China vom Vortag als fortgesetzte Belastung. Eine deutlich geringere Neuverschuldung chinesischer Unternehmen und Privatpersonen im Oktober schürte erneut Konjunktursorgen.

Auf Unternehmensseite neigt sich die Quartalsberichtssaison langsam ihrem Ende entgegen. Die Aktien der Deutschen Euroshop knickten um 4,44 Prozent ein. Der auf Einkaufszentren spezialisierte Immobilieninvestor senkte die Prognose für das operative Ergebnis (Ebit) im laufenden Jahr.

Heidelberger Druckmaschinen verdarb mit seinem Quartalsbericht den Aktionären gehörig die Laune. Die Papiere brachen um 16 Prozent ein.

Neben der Berichtssaison bewegten auch Analystenkommentare. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank fielen um mehr als ein halbes Prozent, nachdem die US-Bank Citigroup ihre Kaufempfehlung kassiert hatte.