Dax-Anleger halten sich kurz vor Weihnachten zurück

Dem deutschen Aktienmarkt ist am Dienstag die Puste ausgegangen. Händler verwiesen vor allem auf den wieder erstarkten Euro, der heimischen Firmen den Export erschwert.

Zudem könnten größere Order wegen der dünnen Handelsumsätze die Kurse stark schwanken lassen, hieß es. Der Dax gab nach anfänglichen Kursgewinnen vom Vormittag zuletzt um 0,25 Prozent auf 10 471,44 Punkte nach.

Die Eurostärke im Vergleich zum US-Dollar mache es den Börsenbullen immer schwerer, sich dem Verkaufsdruck entgegen zu stellen, sagte Aktienhändler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Zudem glaubten viele Händler, dass das erste Quartal 2016 für Aktien «nicht unbedingt rosig» werde, sagte Markus Huber, Händler für den Broker City of London Markets. Deswegen sei eine Jahresendrally bisher auch ausgeblieben.

Der MDax der mittelgroßen Werte war bis zum Nachmittag mit einem minimalen Plus von 0,02 Prozent auf 20 380,72 Punkte nahezu unverändert. Der Technologiewerte-Index TecDax trat ebenfalls mit einem leichten Minus von 0,07 Prozent auf 1794,92 Punkten auf der Stelle. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 kam mit minus 0,04 Prozent auf 3211,59 Punkte kaum vom Fleck.

Die Aktien des Baustoffkonzerns HeidelbergCement kletterten im schwächelnden Dax um rund anderthalb Prozent und waren damit Favorit. Bei der Übernahme von Italcementi rechnet Unternehmenschef Bernd Scheifele nun mit noch höheren Kosteneinsparungen, wie er in einem Interview mit der Zeitung «Mannheimer Morgen» sagte.

Am Dax-Ende lagen vor allem Titel, die sich über das Jahr gesehen überdurchschnittlich entwickelt hatten: Die Aktien des Chipherstellers Infineon Technologies sackten um knapp 2 Prozent ab. Auf Jahressicht gewannen sie jedoch bislang mehr als 50 Prozent - nur Adidas schneidet noch etwas besser im Leitindex ab.

Um zweieinhalb Prozent zulegen konnten die Aktien von SMA Solar. Sie profitierten von einer positiven Analysteneinschätzung der Citigroup.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,39 Prozent am Montag auf 0,40 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 140,14 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,29 Prozent auf 158,57 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0952 (Montag: 1,0870) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9131 (0,9200) Euro.