Dax-Anleger sind nervös

Die hohe Nervosität am deutschen Aktienmarkt hat am Donnerstagmorgen angehalten: Der Dax schwankte in den ersten Minuten zwischen Verlusten und Gewinnen hin und her.

Dax-Anleger sind nervös
Fredrik Von Erichsen Dax-Anleger sind nervös

Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank erklärte die Verunsicherung der Anleger mit dem Warten die Zinsentscheidung der US-Notenbank am kommenden Mittwoch. Auch der Ölpreis lastete auf der Stimmung der Investoren.

Der Dax stand nach einer dreiviertel Stunde 0,30 Prozent tiefer bei 10 560,98 Punkten. Zu Wochenbeginn hatte der Leitindex noch die 11 000-Punkte-Marke ins Visier genommen.

Die Rohölpreise konnten sich am Morgen stabilisieren, bleiben aber auf niedrigem Niveau nahe ihrem langjährigen Tief. Das schürte Sorgen vor einem Abschwung der Weltwirtschaft. Der Eurokurs sorgte laut Händlern derweil für etwas Entlastung, nachdem er wieder unter 1,10 US-Dollar gerutscht war.

Der MDax der mittelgroßen Aktienwerte verlor 0,47 Prozent auf 20 612,14 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax rutschte sogar um 1,63 Prozent auf 1801,78 Punkte ab, nachdem der Kurs des Spezialmaschinenbauers Aixtron angesichts eines Auftragsverlusts eingebrochen war. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, bröckelte zuletzt um 0,43 Prozent ab.

Eine erheblich zusammengestrichene Order des chinesischen Kunden San'an ließ die Aktien von Aixtron um 39 Prozent einbrechen. «Eine echte Katastrophe», sagte ein Experte am Morgen. «Es gibt aktuell absolut keinen Grund, die Aktien zu kaufen.»

Schwache Verkehrszahlen konnten den Aktien des Flughafenbetreibers Fraport indes nichts mehr anhaben. Dabei hinterließ der Rekordstreik der Lufthansa-Flugbegleiter im November deutliche Spuren: Die Zahl der Fluggäste in Frankfurt sank um 11,3 Prozent unter den Vorjahreswert. Nach den schwachen Verkehrszahlen der Lufthansa vom Vortag hätten die Rückgänge aber kaum überrascht, sagte ein Händler.

Im SDax rutschten die Aktien der Hornbach Holding am Indexende um 18 Prozent ab. Die Papiere der ebenfalls börsennotierten Tochter Hornbach Baumarkt verloren 12 Prozent. Den Unternehmen droht ein Ergebnisrückgang im laufenden Geschäftsjahr angesichts von Kostensteigerungen und niedrigeren Handelsspannen bei den Baumärkten in Deutschland.