Dax bewegt sich nach EZB-Entscheid nur wenig

Der Dax hat sich am Donnerstag nach dem wie erwartet ausgefallenen EZB-Zinsentscheid kaum von der Stelle bewegt. Gut ausgefallene US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sorgten nur kurz für Bewegung.

Der deutsche Leitindex trat zuletzt mit plus 0,01 Prozent bei 9141 Punkten auf der Stelle. Der MDax gab mit minus 0,05 Prozent auf 15 958 Punkte etwas nach, der TecDax gewann 0,14 Prozent auf 1123 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank wiederum um 0,14 Prozent.

Wie erwartet hält die Europäische Zentralbank (EZB) unvermindert an ihrer lockeren Geldpolitik zur Krisenbekämpfung fest. Sie beließ den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent. Anleger verfolgten vor allem die Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi zur Inflationsprognose. 2015 soll die Inflationsrate im Euroraum demnach bei 1,3 Prozent liegen - nach Draghis Worten sind die Teuerungsrisiken damit ausgewogen. Niedrige Teuerungsraten erhöhen den Spielraum für stützende Maßnahmen der Währungshüter.

In den USA waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche zudem überraschend weiter gefallen. Das deute auf einen entsprechend deutlichen Aufbau neuer Stellen im offiziellen Arbeitsmarktbericht hin, sagte Helaba-Experte Johannes Jander. Dieser wird an diesem Freitag veröffentlicht. Auch die Konjunktur gewann in den USA überraschend stark an Dynamik. Das US-Handelsministerium revidierte die Schätzung für das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal deutlich nach oben auf annualisiert 3,6 Prozent.

Ein kräftiges Plus von 5,71 Prozent fuhren bei den Einzelwerten die Titel von Merck ein. Der Chemie- und Pharmakonzern will für 1,9 Milliarden Euro die britische AZ Electronic Materials übernehmen und damit sein Geschäft mit Produkten für die Elektroindustrie stärken. Dafür zahlen die Darmstädter einen Aufschlag von 41 Prozent auf den Durchschnittspreis der AZ-Electronic-Aktien in den vorangegangenen drei Monaten.

Aktien der Lufthansa lagen mit 0,19 Prozent moderat im Plus, nachdem sie am Vormittag größtenteils im Minus gestanden hatten. Die australische Fluggesellschaft Qantas hatte eine Gewinnwarnung wegen eines schwierigen Marktumfelds ausgesprochen. Ein Händler sagte, zwar sei die Warnung größtenteils auf den australischen Luftverkehrsmarkt bezogen, sie dürfte aber auch den Sektor belasten.

Tui-Papiere reagierten mit einem kräftigen Aufschlag von 3,75 Prozent auf Fusionsgespräche der Beteiligung Hapag-Lloyd. Die Reederei lotet derzeit eine Kooperation mit dem chilenischen Konkurrenten CSAV aus. Die Linienreederei gehört Tui zu 22 Prozent, die Hannoveraner wollen sich jedoch seit langem von den Anteilen trennen. Ein Händler sagte, die Nachricht stütze die Aktien, auch wenn die Chilenen nach eigenen Angaben Gespräche mit mehreren Marktakteuren führten.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,42 Prozent am Vortag auf 1,47 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,24 Prozent auf 133,47 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,26 Prozent auf 140,00 Punkte. Der Euro stieg im Zuge der Aussagen Draghis zuletzt auf 1,3633 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3594 (Mittwoch: 1,3592) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7356 (0,7357) Euro.