Dax bleibt nach Signalen der US-Notenbank orientierungslos

Der Dax hat nach den Aussagen der US-Notenbankchefin keine klare Richtung gefunden. «Die Notenbanken sind immer wieder für eine Überraschung gut», kommentierte Analyst Andreas Paciorek von CMC Markets den «Spagat» von Janet Yellen.

Die oberste US-Währungshüterin machte zwar den Weg für eine Leitzinsanhebung im Juni frei, was Aktien als Anlage langsam wieder unattraktiver macht. Sie bremste aber gleichzeitig die Erwartungen an das Tempo der geldpolitischen Straffung.

Nach einem Pendelkurs mit wechselnden Vorzeichen trat der deutsche Leitindex gegen Mittag mit einem Minus von 0,02 Prozent bei 11 920,95 Punkten auf der Stelle.

Zu Wochenbeginn war er dank der Staatsanleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) noch auf ein Rekordhoch von deutlich über 12 000 Punkten geklettert - dann hatten ihn Gewinnmitnahmen und die Vorsicht der Anleger vor den Fed-Aussagen wieder unter diese Marke gedrückt. Auch wegen des «Hexensabbat» genannten, großen Verfallstags an den Terminmärkten am morgigen Freitag rechnet Paciorek weiterhin mit sichtbaren Dax-Schwankungen.

Bei den anderen Indizes schaffte der MDax der mittelgroßen Werte am Donnerstag Gewinne von 0,22 Prozent auf 20 727,36 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,23 Prozent auf 1631,48 Punkte hoch. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,22 Prozent auf 3676,47 Punkte zu.

Bei den deutschen Einzelwerten fiel HeidelbergCement auf, die Titel gewannen 1,11 Prozent hinzu. Die Anleger zollten der Strategie des Baukonzerns Respekt, zugunsten einer besseren Bonität auf allzu teure Geschenke an die Anteilseigner zu verzichten. Denn statt die Ausschüttung wie von Analysten erwartet sehr deutlich zu erhöhen, will das Unternehmen lieber den Grundstein für gesundes Wachstum in der Zukunft legen. Die Analysten von Davy Research lobten zudem die optimistischen Unternehmensziele.

Die Lufthansa-Titel zeigten sich mit plus 1,11 Prozent weiter wenig beeindruckt vom Pilotenstreik, der auch am morgigen Freitag weitergehen soll. Allerdings bleibt die Aktie der Fluggesellschaft eine der schwächsten im Leitindex seit Jahresbeginn. Die Papiere des Spezialchemiekonzerns Lanxess litten hingegen mit Verlusten von 0,10 Prozent etwas unter vorsichtigen Aussagen zum laufenden Jahr. Bei Siemens sorgten vorsichtige Aussagen zur derzeitigen Geschäftsentwicklung für Kursabschläge von 3,27 Prozent.