Dax bleibt trotz Deutsche-Bank-Verlust in der Spur

Auch ein Rekordverlust der Deutschen Bank und schwache Exportdaten haben den Dax am Donnerstag nicht aus der Bahn werfen können.

Im frühen Handel pendelte der deutsche Leitindex um sein Vortagesniveau und gewann zuletzt 0,35 Prozent auf 10 005,71 Punkte. Damit hält der jüngst gute Lauf an: In dieser Woche gewann der Dax bisher annähernd 5 Prozent.

Die noch in der Vorwoche sehr präsenten Sorgen um die chinesische Wirtschaft und die Folgen des VW-Abgasskandals rückten weiter in den Hintergrund. Die Anleger konnten es auch verschmerzen, dass der deutsche Außenhandel im August einen empfindlichen Dämpfer erhalten hat: Die Ausfuhren gingen zum Vormonat um 5,2 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit der Rezession infolge der Finanzkrise im Jahr 2009.

Der MDax stieg am Donnerstagmorgen um 0,34 Prozent auf 20 012,16 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,40 Prozent auf 1774,79 Punkte. Der EuroStoxx-50-Index verbesserte sich um 0,11 Prozent. Der Leitindex der Eurozone steigt damit den fünften Tag in Folge.

In der Aktie der Deutschen Bank spiegelte sich die wiedergewonnene Zuversicht der Anleger wider: Trotz milliardenschwerer Abschreibungen, hoher Rückstellungen für die zahlreichen Rechtsstreitigkeiten und einem möglichen Dividendenausfall drehte das Papier am Morgen ins Plus.

Analyst Kian Abouhossein von der US-Bank JPMorgan wertete es als positiv, dass die Bank trotz der Milliardenverluste im dritten Quartal keine Kapitalerhöhung angekündigt hat. Wäre es notwendig geworden, hätte der Dax-Konzern einen solchen Schritt unternommen, schrieb der Experte. Stattdessen stärke die Bank ihre Kapitalausstattung aus eigener Kraft.

Nach dem ersten Schock mit einem Kurseinbruch von rund 11,5 Prozent im vorbörslichen Handel schafften es die Papiere zuletzt auf ein Plus von 3 Prozent und damit auf den zweitbesten Platz im Dax. Auch die im Fahrwasser zunächst schwachen Commerzbank-Papiere legten zuletzt leicht zu.

Bester Dax-Wert waren die krisengeschüttelten Vorzugsaktien des VW-Konzerns, die um 4,23 Prozent zulegten. Für die Versorgertitel von Eon und RWE ging es nach der jüngsten Erholungsrally zunächst einmal wieder abwärts. Sie waren von ihren Mehrjahrestiefs aus um fast 30 Prozent angesprungen und gaben nun rund 1 Prozent nach.