Dax bröckelt wegen negativer Impulse aus USA

Deutsche Aktien haben Verluste verbucht. Der Dax fiel bis zum Nachmittag um 0,29 Prozent auf 8352 Punkte. US-Daten drückten den Leitindex zuletzt Richtung Tagestief. «Die Baubeginne ziehen wieder an. Das spricht für anhaltend positive Wachstumsbeiträge aus dem Bausektor», analysierte Ralf Umlauf von der Helaba.

Der Dax hatte aber schon am Vortag zur Korrektur angesetzt, nachdem er zur Wochenmitte auf dem höchsten Stand seit Ende Mai geschlossen hatte. Der MDax verlor zuletzt 0,28 Prozent auf 14 676 Punkte, der TecDax gab 0,44 Prozent auf 1028 Punkte ab. Der EuroStoxx 50 kletterte mit 0,03 Prozent ins Plus.

Die Unsicherheit um die künftige Geldpolitik in den USA belastet die Börsen, sagte Händler Matt Basi von CMC Markets. In dieser Phase sorgten gute Nachrichten für Aktienverkäufe. Am Vorabend hatten wachsende Sorgen um ein baldiges Ende der ultralockeren Geldpolitik in den USA aber auch ein schwacher Ausblick vom Handelskonzern Wal-Mart die Wall Street weiter unter Druck gesetzt.

Lufthansa-Titel sackten auf ein neues Tief seit Mitte Dezember und waren mit einem Minus von fast drei Prozent schwächster Wert im Dax. Die Unruhen in Ägypten gelten als Belastung für den Reise- und Freizeitsektor. Die Lufthansa leide darunter vor allem wegen des steigenden Ölpreises, sagten Händler. Die Vorzüge von Volkswagen verbilligten sich um 1,70 Prozent. Die Aussagen von Vertriebschef Christian Klingler klingen dem Börsianer zufolge immer vorsichtiger.

Favorisiert wurden dagegen die zuletzt so deutlich vernachlässigten Versorger: RWE-Aktien stabilisierten sich nach ihrem Kursrutsch an den beiden Vortagen schon im frühen Handel. Zuletzt kletterte die Aktie mit plus 1,69 Prozent an die Spitze im Dax. Die Papiere von Eon verteuerten sich um 0,61 Prozent. Auch an der MDax-Spitze stabilisierte sich die zuletzt schwache Salzgitter-Aktie um 2,34 Prozent. Bei Deutschlands zweitgrößtem Stahlkonzern fallen laut «Süddeutsche Zeitung» drei Vorstandsposten weg.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,55 (Vortag: 1,50) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,25 Prozent auf 132,62 Punkte. Der Bund Future gewann 0,04 Prozent auf 140,26 Punkte. Der Euro stieg nach den US-Daten weiter auf 1,3365 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3340 (1,3297) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7496 (0,7521) Euro.