Dax dämmt seine Verluste ein

Der Dax hat seine Verluste bis zum Nachmittag deutlich eingedämmt. Nach einem zwischenzeitlichen Minus von knapp anderthalb Prozent beliefen sich die Abschläge bei 11 954,38 Punkten zuletzt noch auf 0,22 Prozent.

Nachdem der deutsche Leitindex zum Wochenauftakt seine wochenlange Rekordjagd mit dem erstmaligen Sprung über 12 000 Punkte gekrönt hatte, war er am Dienstag wieder unter die runde Marke gefallen.

Auch die anderen Indizes erholten sich von ihren Tagestiefs. Der MDax der mittelgroßen Werte sank zuletzt noch um 0,40 Prozent auf 20 631,15 Punkte, während der Technologiewerte-Index TecDax 0,64 Prozent auf 1626,57 Punkte verlor. Noch besser hielt sich der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 mit einem Minus von lediglich 0,05 Prozent auf 3670,23 Punkte.

Zur Wochenmitte gibt die amerikanische Geldpolitik den Ton an. Nach ihrer zweitägigen Sitzung dürfte die US-Notenbank Fed am Abend laut Experten den verbalen Startschuss für baldige Zinsanhebungen geben.

Einige Beobachter glauben allerdings noch nicht so recht an eine Wende bereits im Sommer. Analyst James Hughes von CMC Markets etwa rechnet erst im kommenden Jahr mit steigenden Zinsen.

Zwar sei der letzte monatliche US-Arbeitsmarktbericht stark ausgefallen. Aber die zuletzt schwachen Daten zum Einzelhandel und zur Industrieproduktion erinnerten daran, dass die Beschäftigungsentwicklung nicht das einzige Konjunkturbarometer sei.

Kursbewegende Unternehmensnachrichten waren rar gesät. Die Aktien der Lufthansa verloren nach der angekündigten Ausweitung des Pilotenstreiks 0,30 Prozent. Am Vortag hatten die Titel allerdings als Dax-Spitzenreiter im Leitindex geschlossen - trotz des schon für Mittwoch angekündigten Streiks auf Kurz- und Mittelstrecken.

Bei BMW machten die Anleger nach Aussagen zur erwarteten Geschäftsentwicklung weiter Kasse und sorgten für Kursverluste von 3,26 Prozent. Die für die Pkw-Sparte angepeilte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) von 8 bis 10 Prozent scheine bei den Investoren nicht gut anzukommen, sagte ein Händler. Daher würden bei der zuletzt rekordhohen Aktie Gewinne versilbert.

Für das Kursplus von 1,31 Prozent auf 65,97 Euro bei SAP machten einige Beobachter den US-Konkurrenten Oracle verantwortlich. Der US-Softwarekonzern hatte am Dienstag nach der Schlussglocke an der Wall Street mit der angekündigten Dividendenerhöhung positiv überrascht. Zudem erhöhte die US-Bank Citigroup ihr Kursziel für die SAP-Aktie von 62 auf 76 Euro.

Im MDax schafften es die Brenntag-Titel zwischenzeitlich auf einen historischen Höchststand, bevor Gewinnmitnahmen für Abschläge von 3,40 Prozent sorgten. Der Chemikalienhändler habe eine starke Bilanz für 2014 vorgelegt, schrieb Analyst Thomas Maul von der DZ Bank. Der Ausblick sei wie immer zu diesem frühen Zeitpunkt vage, enthalte aber einen optimistischen Grundton.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,19 (Vortag: 0,20) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 140,25 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,55 Prozent auf 158,48 Punkte. Der Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0592 (Dienstag: 1,0635) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9441 (0,9403) Euro.