Dax dreht am Hexensabbat ins Minus

Nach einer festen Eröffnung hat der Dax am Freitagmittag ins Minus gedreht. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex 0,22 Prozent tiefer bei auf 9790 Punkten, nachdem er am Vortag um nahezu 3 Prozent nach oben geschossen war.

Händler verwiesen auf den heutigen «Hexensabbat», an dem vierteljährlich Optionen und Terminkontrakte auf Aktien und Indizes auslaufen und immer wieder für stärkere Kursschwankungen sorgen. Der MDax mittelgroßer Werte gewann 0,33 Prozent auf 16 790 Punkte, während der TecDax 0,37 Prozent auf 1361 Punkte verlor. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sank um 0,78 Prozent.

Gute Nachrichten kamen von Konjunkturseite: In Deutschland hat sich die Stimmung der Verbraucher weiter aufgehellt. Das vom Forschungsunternehmen GfK ermittelte Konsumklima stieg um 0,3 Punkte auf 9,0 Zähler. Das ist der höchste Stand seit Dezember 2006. Bankvolkswirte hatten mit 8,8 Punkten gerechnet. «Die fallenden Ölpreise und die damit rückläufige Inflation sowie die stabile Lage am Arbeitsmarkt stärken die Kaufkraft der Konsumenten», sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Aktien von BASF gerieten wegen des geplatzten Tauschs von Unternehmensteilen mit dem russischen Energieriesen Gazprom unter Verkaufsdruck und notierten am Dax-Ende 2,52 Prozent tiefer. Das Aus für den geplanten Deal des deutschen Chemiekonzerns hätte man angesichts der jüngsten Entwicklung erwarten können, hilfreich für die Aktie sei die Entwicklung dennoch nicht, sagte ein Händler.

RWE-Titel sackten um 2,21 Prozent ab. Nach dem gescheiterten BASF/Gazprom-Deal gehe nun die Furcht um, dass RWE vergleichbares drohe, sagte ein Händler. Womöglich wanke nun der Verkauf der RWE-Tochter Dea an einen russischen Großinvestor sowie eine Übernahme von Gasspeichern durch Gazprom.