Dax dreht ins Plus - Ölpreise und Wall Street

Die steigenden Ölpreise und der Rückenwind von der Wall Street haben den Dax heute ins Plus gehievt. Nach einer beeindruckenden Schlussrally legte der deutsche Leitindex um 0,21 Prozent auf 10 321,15 Punkte zu.

Dax dreht ins Plus - Ölpreise und Wall Street
Fredrik Von Erichsen Dax dreht ins Plus - Ölpreise und Wall Street

Am späten Vormittag war der Dax noch deutlich abgesackt, weil Japans Zentralbank die Geldschleusen vorerst doch nicht weiter öffnen will. In Tokio war der Nikkei-225-Index nach der Entscheidung der Währungshüter eingebrochen.

Hierzulande reduzierten die Werte aus der zweiten und dritten Reihe ebenfalls ihre Verluste, litten aber unter dem Strich noch etwas unter den enttäuschenden Nachrichten aus Japan. So fiel der MDax der mittelgroßen Werte um 0,20 Prozent auf 20 418,38 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,81 Prozent auf 1649,15 Punkte.

Die Aussicht auf fallende Fördermengen in den USA hatte die Ölpreise am Donnerstag gestützt. Sie gelten Händlern zufolge als wichtiger Konjunkturindikator.

Die Anleger hatten zudem noch die Aussagen der US-Notenbank Fed vom Vorabend zu verdauen. Die Währungshüter hatten den Leitzins nicht verändert. «Die Fed spielt auf Zeit», sagte Kapitalmarktstratege Robert Halver von der Baader Bank. Höhere Zinsen würden die Attraktivität von Aktien gegenüber Anleihen verringern.

Tagesthema aber war die Deutsche Bank, deren Aktien an der Dax-Spitze rund 4 Prozent gewannen. Das Kreditinstitut hatte überraschend im ersten Quartal einen Gewinn erzielt. Der neue Chef John Cryan habe offenbar gute Erfolge bei der Kostenkontrolle, lobte ein Händler. Sorge bereite aber der sinkende Kapitalpuffer. Seit Jahresbeginn bleibt das Papier mit einem Minus von rund 23 Prozent aber der schlechteste Dax-Wert. Commerzbank-Papiere zogen im Kielwasser der Deutschen Bank am Donnerstag um knapp anderthalb Prozent an.

Schwach zeigten sich die Aktien der Deutschen Börse mit minus 1,28 Prozent. Die Verhandlungen über die Mega-Fusion mit der Londoner Börse hatten die Geschäfte im ersten Quartal etwas gebremst.

Die Papiere des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns Airbus mussten dagegen nach der Vorlage von Geschäftszahlen am MDax-Ende ein Minus von 4,76 Prozent hinnehmen. Neue und mutmaßlich kostspielige Probleme beim Militärtransporter A400M vergraulten viele Anleger.

Auch europaweit schlossen die Börsen wenig verändert. Der EuroStoxx 50 gab um 0,16 Prozent auf 3125,43 Punkte nach. Der Pariser Leitindex CAC 40 und der FTSE 100 traten nahezu auf der Stelle. In den USA lag der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss leicht im Minus.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,11 (Vortag: 0,17) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,31 Prozent auf 142,03 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,06 Prozent auf 162,24 Punkte vor. Der Eurokurs legte weiter zu: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1358 (1,1303) US-Dollar fest. Der Dollar kostete 0,8804 (0,8847) Euro.