Dax dreht nach EZB-Zinsentscheid ins Minus

Der Dax ist am Donnerstag nach der Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) zurück in die Verlustzone gedreht. Wie erwartet belässt die EZB den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent.

Dax dreht nach EZB-Zinsentscheid ins Minus
Fredrik Von Erichsen Dax dreht nach EZB-Zinsentscheid ins Minus

Auch bei den vom Dienstleister ADP bekanntgegebenen Beschäftigtenzahlen für den US-Privatsektor gab es keine Überraschung. Die ADP-Daten gelten als wichtige Hinweise für den mit Spannung erwarteten Bericht des US-Arbeitsministeriums an diesem Freitag.

Nach zeitweise moderaten Gewinnen verlor der deutsche Leitindex am Nachmittag 0,32 Prozent auf 10 172,21 Punkte. Der MDax sank um 0,29 Prozent auf 20 607,87 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax gab um 0,13 Prozent auf 1693,33 Zähler nach. Für den Leitindex der Eurozone, den EuroStoxx 50, ging es um 0,30 Prozent abwärts.

«Es war absolut keine Überraschung, dass die EZB an ihrer Zinspolitik nichts verändert hat», kommentierte Volkswirt Jonathan Loynes vom Londoner Analysehaus Capital Economics. Der EZB-Rat sei im Wartemodus, wobei Präsident Mario Draghi aber die Tür, falls nötig, offen gelassen habe für mögliche weitere Maßnahmen.

Die EZB ließ die Zinsen unverändert und kündigte zugleich den Start des Kaufprogramms für Unternehmensanleihen (CSPP) für den 8. Juni an. Außerdem wurde die Wachstumsprognose für dieses Jahr angehoben, für 2017 beibehalten und für 2018 gesenkt.

Unter den Einzelwerten am deutschen Markt waren die Aktien der Munich Re mit minus 2,63 Prozent Schlusslicht im Dax. Sie litten weiterhin unter den laut Analysten kostenintensiven Umbauplänen für die Tochter Ergo. Wie tags zuvor mitgeteilt, soll der gesamte Umbau gut eine Milliarde Euro kosten.

Im MDax rückten die Papiere des kriselnden Bauunternehmens Bilfinger mit einem Plus von 4,70 Prozent in den Fokus. Damit nahmen sie den Spitzenplatz ein. Bilfinger baut radikal um und trennt sich von einem seiner Herzstücke: der profitablen Sparte Bau- und Gebäudedienstleistungen. Diese geht für rund 1,2 Milliarden Euro an den Finanzinvestor EQT.

Im SDax sprangen die Aktien von Borussia Dortmund um 2,54 Prozent hoch. Der Fußballverein hatte mitgeteilt, dass der Spieler Ilkay Gündogan zu Manchester City wechseln wird. Zwar wurde nichts über die Ablösemodalitäten für den Fußball-Nationalspieler bekannt gegeben, zuletzt war allerdings von einer Ablösesumme in Höhe von rund 25 Millionen Euro die Rede gewesen.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,03 Prozent am Vortag auf 0,05 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 142,31 Punkte. Der Bund Future gewann 0,09 Prozent auf 164,23 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1188 (Mittwoch: 1,1174) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8938 (0,8949) Euro.