Dax eilt am Wochenschluss von Rekord zu Rekord

Der deutsche Börsen-Leitindex Dax hat dank der EZB-Geldflut am Freitag gleich mehrere runde Rekordmarken gerissen: 10 500, 10 600, 10 700 Punkte. So liest sich die Bilanz bis zum frühen Nachmittag.

Dies waren allesamt bis dato nie erreichte Höhen und eine nahtlose Fortsetzung der Rekordhatz der vergangenen Tage. Zwar bröckelten die Gewinne des deutschen Leitindex zuletzt wieder etwas ab, er stand jedoch noch immer 1,83 Prozent im Plus bei 10 627,01 Punkten.

Manch einem wird nach dem rasanten Anstieg um etwa 1300 Punkte seit dem Jahrestief am 6. Januar schon mulmig: Der Dax sei langsam heiß gelaufen, schrieb Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. Ein anderer Börsianer sieht es ähnlich: Anleger sollten die Party solange feiern, wie die Stimmung gut sei. Doch je länger die Rally andauere, desto eher sollte über die Mitnahme von Gewinnen nachgedacht werden.

Für den Index der mittelgroßen Konzerne, den MDax, ging es am Freitag ebenfalls um 1,94 Prozent auf 18 649,82 Punkte nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 1,59 Prozent auf 1481,80 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone rückte um 2 Prozent vor.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte es am Donnerstag anderen großen Notenbanken gleichgetan und war massiv in den Kauf von Staatsanleihen eingestiegen. Ab März will sie jeden Monat 60 Milliarden Euro vor allem in staatliche Schuldtitel investieren.

Die zusätzliche Geldflut und mangelnde Anlageperspektiven sollten für Rückenwind an den Aktienmärkten sorgen, schrieben die Experten der Landesbank Baden-Württemberg in einer Studie. Zudem sollten die Schwäche des Euro und die niedrigen Rohstoffkosten das Gewinnwachstum der Konzerne positiv beeinflussen, was die Kursentwicklungen weiter stütze.

Als weiteren Treiber für den Markt kamen zum Wochenschluss ordentliche Konjunkturdaten aus der Eurozone hinzu. Hier hatte sich die Stimmung in den Unternehmen weiter gebessert. Die Konjunktur im Euroraum habe etwas an Dynamik gewonnen, kommentierte das Forschungsinstitut Markit. «Allerdings ist die Wachstumsrate nach wie vor besorgniserregend niedrig», erklärte Chris Williamson, Chefvolkswirt des Instituts.

Adidas-Papiere verteuerten sich um 4,27 Prozent. Der Sportartikel-Konzern verkauft den US-Lederschuhhersteller Rockport an den Konkurrenten New Balance und den Finanzinvestor Berkshire Partners. Zudem gab es Neuigkeiten zur Geschäftsentwicklung - Adidas erreichte das im Sommer gesenkte Gewinnziel. Entsprechend erleichtert reagierten die Anleger.

Zudem gab es ein erfolgreiches Börsendebüt: Die zu 10 Euro ausgegebenen Papiere des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus zogen auf 11,13 Euro an. Tele Columbus ist vor allem in Ostdeutschland aktiv.

Am deutschen Rentenmarkt brach die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,44 Prozent am Vortag auf 0,32 Prozent ein. Der Rentenindex Rex stieg um 0,47 Prozent auf 140,53 Punkte. Für den Bund-Future ging es um 0,58 Prozent auf 158,53 Punkte nach oben. Der Kurs des Euro setzte seine Talfahrt fort: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1198 (Donnerstag: 1,1618) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8930 (0,8607) Eur