Dax erholt sich deutlich nach EZB-Beben

Nach dem von der Europäischen Zentralbank ausgelösten Börsenbeben hat sich der Dax am Freitag deutlich erholt. Marktbeobachter zweifelten allerdings daran, dass diese Entwicklung von Dauer sein wird.

Dax erholt sich deutlich nach EZB-Beben
Fredrik Von Erichsen Dax erholt sich deutlich nach EZB-Beben

Am Nachmittag notierte der deutsche Leitindex 3,13 Prozent höher bei 9795,37 Punkten. Allerdings hatte ihn die Anfangseuphorie über die EZB-Aussagen am Donnerstag bis auf annähernd 10 000 Punkte getrieben, bevor er zurückgefallen war und über 2 Prozent tiefer geschlossen hatte. Auf Wochensicht deutet sich noch ein knappes Minus für den Dax an.

Der MDax der mittelgroßen Werte gewann am Freitag 3,18 Prozent auf 19 764,27 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 2,97 Prozent auf 1613,12 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 erholte sich um 3,26 Prozent auf 3067,59 Punkte.

Auch andere Experten äußerten sich kritisch zur Wirksamkeit der weiter gelockerten EZB-Geldpolitik. Die zusätzliche Liquidität bringe den Banken wenig, da sie ihr Kapital schonten, sagte Robert Halver von der Baader Bank - das Billiggeld diene lediglich dazu, für Ruhe an den Finanzmärkten zu sorgen.

In der Autobranche standen die jüngsten Absatzzahlen im Fokus. Die Vorzugsaktien von VW stiegen um mehr als 4 Prozent. Das sei vor allem der kräftigen Erholung des Gesamtmarkts geschuldet, sagte Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Weder die rückläufigen Absatzzahlen für den Februar noch ein negativer Bericht zum Diesel-Skandal konnten den Wolfsburgern etwas anhaben.

Die BMW-Titel verteuerten sich um viereinhalb Prozent. Die Münchener hatten im Februar knapp 8 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft als ein Jahr zuvor. Die Aktien des Stuttgarter Konkurrenten Daimler gewannen knapp 4 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,10 Prozent am Vortag auf 0,17 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,40 Prozent auf 141,35 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,37 Prozent auf 161,82 Punkte. Der Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1090 (Donnerstag: 1,0857) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9017 (0,9211) Euro.