Dax erholt sich etwas vor Brexit-Abstimmung

Steigende Ölpreise und Hoffnungen auf einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union haben deutsche Aktien am Freitag beflügelt.

Dax erholt sich etwas vor Brexit-Abstimmung
Fredrik Von Erichsen Dax erholt sich etwas vor Brexit-Abstimmung

Der Handel werde aber wegen der Brexit-Ungewissheit und aufgrund des Hexensabbats nervös ablaufen, sagte ein Börsianer. Als Hexensabbat wird das Auslaufen von Optionen und Futures an den Terminbörsen bezeichnet, was Auswirkungen auf die Aktienkurse hat.

Der Dax gewann am Vormittag zuletzt 1,37 Prozent auf 9681,31 Punkte, nachdem es seit Anfang Juni fast durchweg bergab gegangen war. Für die Woche deutet sich nach der jüngsten Erholung nun ein Minus von gut anderthalb Prozent an.

«Die Sorge vor einem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union ist etwas geschwunden», sagte Mike van Dulken vom Handelshaus Accendo Markets. Das habe bereits die Märkte in den USA und Asien angetrieben. Vorausgegangen war ein tödlicher Angriff auf die britische Labour-Abgeordnete Jo Cox, eine Brexit-Gegnerin. Die Kampagnen für und gegen den Brexit waren daraufhin angehalten worden.

Der MDax stieg am Freitagvormittag um 1,25 Prozent auf 19 710,85 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 1,51 Prozent auf 1582,96 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 1,44 Prozent auf 2860,02 Punkte zu.

Aus Branchensicht standen am Morgen Bankenwerte ganz oben im Tableau. Im Dax gewannen die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank zwischen 4,5 und 5,0 Prozent. Im MDax verteuerten sich die Papiere der Deutschen Pfandbriefbank und der Aareal Bank um 3,5 beziehungsweise 2,5 Prozent.

Volkswagen-Vorzugsaktien kletterten um 2,5 Prozent. Kurz vor der VW-Hauptversammlung haben die Familien Porsche und Piëch als Großaktionäre einen Streit über die Zahlung einer Dividende für die Aktionäre für beendet erklärt. Zudem teilte Volkswagen mit, den Abwärtstrend bei den Verkäufen seiner Kernmarke VW im Mai etwas abgebremst zu haben.

Die Papiere von SAP profitierten dagegen nur unterdurchschnittlich von Geschäftszahlen des US-Konkurrenten Oracle und kletterten um 0,86 Prozent. Ein Händler sah in dem Quartalsbericht des US-Konzerns auch positive Signale für den deutschen Softwarehersteller.