Dax erholt sich nach herbem Vorwochenverlust

Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag wieder den Vorwärtsgang eingelegt. Börsianer sprachen von einer Gegenbewegung nach den Kursverlusten der Vorwoche.

Unterstützung sahen sie dabei in einer weiteren Lockerung der Geldpolitik Chinas. Dort hatte die Notenbank die Senkung des sogenannten Mindestreservesatzes angekündigt. Damit soll die Kreditvergabe der Banken und auch die schleppende Wirtschaftsentwicklung des Landes angekurbelt werden.

Der Dax schloss 1,74 Prozent höher mit 11 891,91 Punkten, nachdem er in der vergangenen Woche auch wegen wieder hochgekochter Sorgen um eine drohende Staatspleite Griechenlands den größten Wochenverlust seit November 2011 verbucht hatte. Für den Index der mittelgroßen Werte, den MDax, ging es am Montag um 1,16 Prozent auf 21 140,98 Punkte nach oben, und der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 1,88 Prozent auf 1648,98 Punkte.

Analyst Andreas Paciorek vom Wertpapierhändler CMC Markets warnte aber vor zu großem Optimismus. Nach den Kursgewinnen am Montag sollte nicht wieder zur Tagesordnung übergegangen werden, die da laute, der Markt kenne nur die Richtung nach oben. Insgesamt dürfte die Rally vorerst beendet sein. Jetzt laute das Motto «Stabilisierung».

Das Aktienmarktumfeld war zum Wochenauftakt europaweit freundlich. Der EuroStoxx 50 gewann 1,20 Prozent auf 3718,04 Punkte. In Paris und London ging es ebenfalls nach oben. An der Wall Street stand der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss mehr als ein Prozent höher.

Bei den Einzelwerten standen Nachrichten von der internationalen Automesse in Shanghai im Fokus: Vor dem Hintergrund eines schwächeren Wachstums wollen die deutschen Hersteller ihren Absatz in China mit mehr Gelände- und Kompaktwagen aus lokaler Fabrikation wieder ankurbeln. Die Papiere von Daimler und BMW verteuerten sich um 2,13 Prozent beziehungsweise 1,18 Prozent.

Für die Vorzugsaktien von Volkswagen ging es allerdings um 1,79 Prozent nach unten. Damit waren sie der einzige Verlierer im Dax. VW leidet unter einem Machtkampf zwischen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch und Vorstandschef Martin Winterkorn. Zudem ist das China-Geschäft Börsianern zufolge für VW viel wichtiger als für die anderen deutschen Hersteller.

In einem ansonsten nachrichtenarmen Umfeld sorgten positive Analystenkommentare für Belebung. Die Papiere des Chemiekonzerns BASF profitierten mit plus 3,20 Prozent von einer Studie der britischen Investmentbank Barclays. Das reichte für den ersten Platz im deutschen Leitindex. An der MDax-Spitze zogen Salzgitter-Aktien nach einer Kaufempfehlung der britischen Investmentbank HSBC um rund 5 Prozent an.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,05 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 141,16 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,02 Prozent auf 160,35 Punkte. Der Kurs des Euro gab nach den Gewinnen der vergangenen Handelstage wieder etwas nach. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,0755 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0723 (Freitag: 1,0814) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9326 (0,9247) Euro.