Dax erholt sich schleppend

Enttäuschende heimische Konjunkturdaten haben die Erholung des Dax abgebremst.

Am Nachmittag stand der deutsche Leitindex noch 0,72 Prozent im Plus bei 11 977,07 Punkten. Damit rutschte er wieder unter die viel beachtete Marke von 12 000 Zählern, die er am Vormittag deutlich übersprungen hatte.

Die Nebenwerte-Indizes fielen ebenfalls von ihren Tageshochs zurück: Der MDax der mittelgroßen Unternehmen rückte zuletzt um 0,63 Prozent auf 21 273,55 Punkte vor, der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,95 Prozent auf 1664,61 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,27 Prozent auf 3728,16 Punkte hoch.

Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten trübten sich im April nach fünf Anstiegen in Folge überraschend etwas ein. Dies zeigte der gesunkene Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Bankvolkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg gerechnet. Die Lagebeurteilung verbesserte sich indes unerwartet stark.

Sorgen um eine mögliche Staatspleite Griechenlands und ein drohendes Ausscheiden aus dem Euro hatten dem Dax in der vergangenen Woche ein Minus von fünfeinhalb Prozent eingebrockt - das war der größte Verlust seit November 2011. Am Montag hatte er sich um knapp 2 Prozent von diesem Kursrutsch erholt.

Als anhaltende Kursstütze nannte Analystin Antje Laschewski von der Landesbank Baden-Württemberg die am Wochenende gesenkten Anforderungen der chinesischen Notenbank für die Mindestreserven der Geschäftsbanken. Diesen steht nun mehr Geld für die Kreditvergabe zur Verfügung. Damit wollen die Währungshüter die Konjunktur der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft wieder stärker in Schwung bringen.

In Deutschland stand der Softwarekonzern SAP mit seinem Quartalsbericht im Fokus. Die Walldorfer starteten dank des schwachen Euro sowie des guten Cloud-Geschäfts mit Miet-Software mit kräftigem Rückenwind in das laufende Jahr. Das rückläufige Betriebsergebnis störte die Anleger nicht: Mit plus 2,20 Prozent setzten sich die Aktien von SAP an die Dax-Spitze.

Die Anteilsscheine der Konsumgüterhersteller Henkel und Beiersdorf legten mit Gewinnen von 1,50 und 0,87 Prozent überdurchschnittlich zu. Sie profitierten von starken Quartalsresultaten des französischen Rivalen L'Oréal, welche mehrere Analysten positiv kommentierten.

Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,05 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 141,21 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,02 Prozent auf 160,29 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0700 (Montag: 1,0723) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9346 (0,9326) Euro.