Dax erklimmt nächstes Rekordhoch nach guten US-Jobdaten

Der Arbeitsmarktbericht aus den USA hat am Freitag eine erneute Rekordjagd am deutschen Aktienmarkt ausgelöst.

Im Februar wurden in den Vereinigten Staaten deutlich mehr neue Stellen geschaffen als erwartet. Der Dax erreichte in einer ersten Reaktion seinen nächsten Höchststand bei 11 572 Punkten. Später büßte der deutsche Leitindex einen Teil seiner Gewinne wieder ein und stand am Nachmittag zuletzt 0,46 Prozent im Plus bei 11 556,96 Punkten.

Der MDax schraubte sein Allzeithoch auf 20 318 Punkte hoch. Der Index der mittelgroßen Werte stand zuletzt 0,29 Prozent im Plus. Der TecDax gewann 0,83 Prozent auf 1603,66 Punkte. Der Auswahlindex für Technologiewerte kletterte damit erstmals seit Juni 2001 wieder über 1600 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand am Nachmittag 0,34 Prozent im Plus.

Die Arbeitsmarktdaten aus den USA sind ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite lassen mehr Jobs auf ein verbessertes wirtschaftliches Umfeld schließen. Auf der anderen Seite könnte dies die US-Notenbank Fed aber auch zu einer schnelleren Zinserhöhung bewegen - das wiederum würde den Mittelzufluss auf die Aktienmärkte bremsen.

Das billige Geld der Notenbanken treibt seit Jahren die Börsen. Schon am Vortag hatte der offizielle Startschuss der Europäischen Zentralbank (EZB) für ihr billionenschweres Anleihekaufprogramm die Börsen in Europa noch einmal beflügelt.

Der fallende Euro stützt zudem deutsche Exportwerte. Die Gemeinschaftswährung war nach den starken US-Arbeitsmarktdaten unter 1,09 US-Dollar gerutscht.

ThyssenKrupp-Aktien kletterten mit plus 3 Prozent auf 24,56 Euro an die Dax-Spitze. Händler spekulierten auf den Einstieg eines Finanzinvestors bei dem Stahlkocher und Industriekonzern. Im MDax kletterte mit Salzgitter ein weiterer Stahlwert ganz nach oben.

Tagesverlierer im Dax waren Eon-Papiere mit einem Minus von 1,50 Prozent auf 14,075 Euro. RWE-Aktien verloren 1,36 Prozent. Die Versorger würden von negativen Analystenstudien nach unten gedrückt, sagte ein Händler.

Commerzbank-Papiere drehten mit 0,68 Prozent ins Plus. Der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge steht das Finanzinstitut vor einem Vergleich mit Behörden in den USA wegen Verstößen gegen Wirtschaftssanktionen, die gegen bestimmte Länder verhängt wurden. Der Vergleich koste die Commerzbank mindestens 1,4 Milliarden Dollar, berichtete Bloomberg unter Berufung auf eine eingeweihte Person.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,27 (Vortag: 0,31) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 140,06 Punkte. Der Bund Future verlor 0,29 Prozent auf 156,54 Punkte. Der Euro verlor an Wert: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,0963 (1,1069) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9122 (0,9034) Euro.