Dax erobert Marke von 9900 Punkten zurück

Im Sog stabilisierter US-Börsen haben deutsche Aktien ihre Anfangsverluste abgeschüttelt und im Plus geschlossen. Zuvor hatte die Unsicherheit über die künftige US-Geldpolitik den hiesigen Aktienmarkt belastet.

Dax erobert Marke von 9900 Punkten zurück
Fredrik Von Erichsen Dax erobert Marke von 9900 Punkten zurück

«Impulse sowohl für die eine als auch die andere Bewegung gab es allerdings so gut wie keine. Der Handel ist in diesen Tagen mehr oder weniger technisch geprägt und weiter von hoher Unsicherheit gekennzeichnet», kommentierte Experte Jochen Stanzl von CMC Markets.

Der Dax eroberte am Mittwochnachmittag die Marke von 9900 Punkten zurück. Letztlich gewann er 0,54 Prozent auf 9943,23 Punkte und endete damit fast auf seinem Tageshoch. Der Mittelwerteindex MDax stieg um 0,27 Prozent auf 20 117,39 Punkte. Im Fokus stand hier ein Kurssprung der Aktien des Roboter- und Anlagenbauers Kuka, den ein chinesisches Unternehmen übernehmen will. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,18 Prozent auf 1663,50 Zähler vor.

Thema des Tages in der Unternehmenswelt war die geplante Übernahme von Kuka durch den chinesischen Haushaltsgerätehersteller Midea. Die Kuka-Papiere sprangen im frühen Handel um mehr als ein Drittel auf 114,40 Euro nach oben, denn die Chinesen bieten den Anteilseignern mit 115 Euro je Aktie deutlich mehr als das Papier zuletzt an der Börse gekostet hatte. Im Verlauf bröckelten die Titel zwar ab, schlossen aber immer noch mit einem Plus von mehr als 23 Prozent bei 104,00 Euro.

«Das Angebot ist unglaublich hoch», sagte ein Händler. Bei dem Preis müsse man als Aktionär die Offerte eigentlich annehmen. Ein noch höheres Gegenangebot eines anderen Investors wäre in seinen Augen «verrückt». Midea will sich mindestens 30 Prozent der Kuka-Anteile sichern - an diese Mindestannahmequote ist die Offerte geknüpft. Der Händler verwies aber darauf, dass das Kaufgebot auch an kartellrechtliche und andere behördliche Genehmigungen gebunden sei.

Gefragt waren zudem im MDax die Aktien der Deutschen Pfandbriefbank, die um 3,43 Prozent anzogen. Das Institut rechnet durch die Grundsatzeinigung im Milliardenstreit um die ehemalige Skandalbank Hypo Alpe Adria (Heta) mit einem dicken Sondergewinn.

Ebenfalls deutlich in Bewegung gerieten einige Aktien, die im SDax der gering kapitalisierten Werte gelistet sind: So sackten die Anteilsscheine des Internet-Lotterieanbieters Zeal Network am Index-Ende um mehr als 5 Prozent ab. Wegen einer Spielgewinnauszahlung hatte Zeal seine Prognose für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im laufenden Jahr gesenkt. Die Papiere von Cewe hingegen zogen um mehr als 6 Prozent an. Der Foto-Dienstleister hatte ein Aktienrückkaufprogramm beschlossen.

Im Dax weiteten die Anteilsscheine des Versorgers RWE sowie des Autozulieferers Continental ihre Vortagesverluste aus und fielen um 0,93 beziehungsweise 0,65 Prozent. Spitzenreiter waren die Aktien der Deutschen Bank mit einem Plus von 2,32 Prozent.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,62 Prozent auf 2956,43 Punkte. Auch in Paris gab es moderate Gewinne, während der FTSE 100 in London nahezu unverändert schloss. An der Wall Street notierte der Dow Jones Industrial zum Handelsende in Europa 0,20 Prozent höher.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,06 Prozent am Vortag auf 0,04 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,07 Prozent auf 142,40 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,21 Prozent auf 163,60 Punkte ein. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1279 (Dienstag: 1,1318) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8866 (0,8836) Euro.