Dax fällt: Sorgen überlagern guten Banken-Stresstest

Die Freude über die in Deutschland positiv gewerteten Ergebnisse des Banken-Stresstests währte an der Frankfurter Börse nur kurz: Schwache Konjunkturdaten der wichtigsten europäischen Volkswirtschaft drückten den Dax nach der ersten Handelsstunde wieder unter die Marke von 9000 Punkten.

In den ersten Minuten war der Dax noch bis auf 9085 Punkte hochgesprungen. Am Vormittag schmolzen seine Gewinne dann komplett zusammen und er rutschte zwischenzeitlich mit 0,27 Prozent ins Minus auf 8963,77 Punkte.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft trübte sich im Oktober den sechsten Monat in Folge unerwartet deutlich ein. Das vom Münchner Ifo-Institut ermittelte Geschäftsklima fiel um 1,5 Punkte auf 103,2 Punkte - den niedrigsten Stand seit Dezember 2012. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 104,5 Punkte gerechnet. «Die konjunkturellen Aussichten haben sich nochmals verschlechtert», sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

Auch die Bewertung der aktuelle Lage sowie die Erwartungen der Unternehmen für das nächste halbe Jahr verschlechterten sich. Eine Belebung der deutschen Wirtschaftsaktivität zeichnet sich in den kommenden Monaten wohl nicht ab, sagte Helaba-Experte Ulrich Wortberg.

Für den MDax der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen ging es um 0,13 Prozent auf 15 604,61 Punkte nach unten. Der TecDax der Technologiewerte büßte 0,09 Prozent auf 1203,22 Punkte ein.

Gegen den Trend gefragt blieben die Papieren der Commerzbank und der Deutschen Bank - von zwischenzeitlichen Kurszuwächsen von 9,5 Prozent beziehungsweise 3,6 Prozent blieb jedoch nur noch rund ein Drittel übrig.

In Deutschland verfügen alle großen Banken über ausreichend Kapital, um auch schweren Krisen zu trotzen, wie die Bankenaufseher am Sonntag mitteilten. Einzig die Münchener Hypothekenbank fiel bei den Bankentests der Europäischen Zentralbank (EZB) auf Grundlage der Zahlen von 2013 durch - sie hatte aber bereits reagiert und ihren Kapitalpuffer aufgestockt.

Bedenken über die Kapitalausstattung seien zwar nicht der Hauptgrund für die jüngste Schwäche der europäischen Aktienmärkte gewesen, meint Marktstratege Ian Scott von Barclays. Die Testergebnisse dürften nun jedoch einen wesentlichen Unsicherheitsfaktor deutlich abmildern. Vor allem die Bremse drohender zusätzlicher Kapitalmaßnahmen der Finanzinstitute werde gelöst, so Scott.

Insgesamt hatten die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Aufseher in den vergangenen Monaten 130 Banken im Euroraum auf Herz und Nieren geprüft. 25 Institute fielen durch - exakt die Zahl, die bereits am Freitagnachmittag durchgesickert war. Vor allem bei Geldhäusern in Italien und Griechenland klaffen noch Kapitallücken, die spätestens in neun Monaten geschlossen werden müssen.

BASF-Aktien standen am Montag an der Frankfurter Börse nach zahlreichen negativen Analystenkommentaren weiter unter Druck. Die Papiere des Chemiekonzerns fielen um 1,86 Prozent, nachdem sie am Freitag in Reaktion auf gekappte Prognosen bereits um mehr als 3 Prozent abgesackt waren. Analyst Martin Evans von JPMorgan sieht den Dax-Konzern 2015 vor einem schwierigen Jahr.