Dax folgt mit Gewinnen starken China-Börsen

Die deutliche Erholung an den chinesischen Festlandbörsen hat am Dienstag auch den Dax mitgerissen.

Zusätzlichen Auftrieb gab Händlern zufolge die Stabilisierung bei den Ölpreisen. Der deutsche Leitindex holte nach dem jüngsten Kursrutsch zum Befreiungsschlag aus und zog um 1,68 Prozent auf 9681,75 Punkte an. Im noch jungen Jahr war er bisher um fast 12 Prozent eingeknickt.

Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 1,34 Prozent auf 18 911,95 Punkte. Dank eines Kurssprungs bei den Aktien der Software AG zog der Technologiewerte-Index TecDax um 2,30 Prozent auf 1627,81 Punkte an. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,59 Prozent nach oben.

Chinas Festlandbörsen reagierten mit deutlichen Gewinnen auf die jüngsten Konjunkturnachrichten. So war die Wirtschaft des riesigen Landes zwar im vergangenen Jahr mit 6,9 Prozent so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr gewachsen. Da die Daten jedoch im Rahmen der Erwartungen lägen, zeigten sich die Marktteilnehmer erleichtert, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba. Die Anleger setzten nun auf neue Wachstumsimpulse, hieß es von Börsianern.

Die chinesischen Daten hätten die Ängste vor einer harten Landung der chinesischen Volkswirtschaft nicht bestätigt, ergänzte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Das Wachstum sei zwar schwach, es sei aber nicht zusammengebrochen.

Hierzulande konnte sich kaum ein Wert dem Aufwärtssog am Aktienmarkt entziehen. Besonders deutlich nach oben ging es für die Papiere der Software AG, die an der TecDax-Spitze um fast 13 Prozent auf das höchste Niveau seit April 2013 sprangen. Deutschlands zweitgrößter Softwarekonzern machte im Jahresendspurt verlorenen Boden wieder gut. Umsatz und operatives Ergebnis zogen stärker an als von Experten erwartet.

Favorit im MDax waren die Papiere von Zalando mit einem Plus von rund 6 Prozent. Die vorläufigen Geschäftszahlen des Online-Modehändlers zum vierten Quartal seien nicht so schwach wie befürchtet ausgefallen, sagte ein Händler. Auch Analyst Volker Bosse von der Baader Bank sprach von überzeugenden Geschäftszahlen.

Im Dax schließlich legten alle Werte zu. Die Nase vorn hatten am Morgen die im abgelaufenen Jahr wegen der Energiewende besonders stark unter Druck geratenen Versorger. So gewannen Eon 2,99 und RWE 3,57 Prozent. Bereits zu Wochenbeginn hatte sich die US-Bank JPMorgan positiv zu den Aussichten der Branche geäußert. Am Dienstag nun empfahl die französische Großbank Societe Generale die Anteilsscheine von Eon zum Kauf.