Dax geht nach gemischten Konjunkturdaten die Kraft aus

Der Dax hat am Mittwoch nach durchwachsenen Konjunkturdaten wieder den Rückwärtsgang eingelegt.

Zwischenzeitliche Gewinne konnte der deutsche Leitindex nicht halten, nachdem er zunächst an seine Vortageserholung angeknüpft hatte. Am frühen Nachmittag stand das Börsenbarometer 0,37 Prozent tiefer bei 9439 Punkten. Der MDax fiel um 0,57 Prozent auf 15 903 Punkte, während der TecDax um 0,37 Prozent auf 1254 Punkte vorrückte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte mehr als ein halbes Prozent ein.

In der Eurozone hatte sich die Stimmung in den Industrieunternehmen im September vor allem wegen einer schwachen Entwicklung in Deutschland überraschend stark eingetrübt. Die Daten wurden gerade mit Blick auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) aufmerksam beobachtet.

Die EZB wird an diesem Donnerstag ihre jüngsten geldpolitischen Entscheidungen erläutern und Details zum Kaufprogramm für Kreditverbriefungen bekanntgeben. Mit dem soll die Wirtschaft gestützt werden. Zuletzt hatten durchwachsene Konjunkturdaten bei Investoren Hoffnungen auf eine baldige noch weitere Öffnung der Geldschleusen geweckt.

Aus den USA kamen hingegen positive Konjunkturnachrichten. Am US-Arbeitsmarkt geht der dynamische Aufschwung weiter. Die Zahl der Beschäftigten im Privatsektor war im September gestiegen. Am Aktienmarkt sorgte das aber nicht unbedingt für gute Laune. So klopfen Investoren US-Konjunkturdaten auf Anzeichen ab, wann die US-Notenbank die Zinswende einleiten - also den Leitzins anheben - wird.

Grund ist, dass die lockere Geldpolitik der Fed als eine wichtige Stütze der Aktienmärkte in den vergangenen Jahren gilt. Zuletzt hatte Fed-Chefin Janet Yellen betont, der Zeitpunkt einer ersten Zinserhöhung hänge von der wirtschaftlichen Entwicklung ab.

Auf Unternehmensseite stand der Börsengang von Zalando im Fokus. Dem Online-Modehändler gelang ein solides Börsendebüt. Die Titel starteten mit 24,10 Euro. Im Vergleich zum Ausgabepreis von 21,50 Euro ist das ein Plus von zwölf Prozent. Zuletzt kosteten die Papiere noch 22,12 Euro.

Mit Blick auf die an der Börse etablierten Unternehmen erfreute Adidas seine Aktionäre mit einem milliardenschweren Aktien-Rückkaufprogramm. Die Papiere des Sportartikelherstellers zogen an der Dax-Spitze um 2,08 Prozent an.

Die Anteilsscheine von BMW, MTU und ElringKlinger profitierten von positiven Analystenkommentaren. Südzucker-Aktien fielen hingegen nach Analystenkommentaren zu den Belastungen durch den niedrigeren Zuckerpreis auf den tiefsten Stand seit Anfang 2009. Zuletzt belief sich das Minus auf 6,80 Prozent. Im Dax rutschten die Aktien der Lufthansa um knapp drei Prozent ab. Am Dienstag hatte ein Pilotenstreik die Fluggesellschaft belastet.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,76 Prozent am Vortag auf 0,75 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,01 Prozent auf 137,91 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,35 Prozent auf 150,24 Punkte vor. Der Kurs des Euro erholte sich leicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2603 (Dienstag: 1,2583) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7935 (0,7947) Euro.