Dax geht nach Rekordlauf die Puste aus

Der Dax hat nach seinem guten Lauf mit mehreren Bestmarken in Folge am Mittwoch zunächst den Rückwärtsgang eingelegt.

Die Anleger blicken weiter gespannt auf die Europäische Zentralbank (EZB), von der am Donnerstag die Ankündigung von Staatsanleihekäufen im großen Stil erwartet wird. Die Geldflut der Notenbanken gilt seit Jahren als wichtigster Treibstoff für die Aktienmärkte.

Am Vormittag fiel der deutsche Leitindex um 0,16 Prozent auf 10 240,72 Punkte. Am Vortag hatte das Börsenbarometer bei 10 298 Punkten im Tagesverlauf noch einen Höchststand erklommen. Der MDax als Index der mittelgroßen Konzerne trat mit Minus 0,02 Prozent auf 17 950,58 Punkte nahezu auf der Stelle. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,61 Prozent auf 1447,93 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,08 Prozent nach.

Nach den zuletzt starken Kursgewinnen am deutschen Aktienmarkt mehren sich die Stimmen, die zur Vorsicht mahnen. So sei das positive Überraschungspotenzial der EZB angesichts der hochgesteckten Erwartungen sehr klein, sagte Experte Jens Klatt vom Analysehaus DailyFX. Investoren könnten daher nach der EZB-Entscheidung zunächst ihre jüngsten Gewinne einstreichen, was die Kurse unter Druck setzen würde.

Viel Luft nach oben sieht Klatt daher vorerst nicht mehr. «Wenn es gut läuft, erreicht der Dax die 10 400-Punkte-Marke und markiert ein neues Allzeithoch.» Doch zum Ende des ersten Börsenmonats 2015 sei die Wahrscheinlichkeit für einen Rückschlag unter die Marke von 10 000 Punkten hoch.

Unternehmensseitig bewegten unter anderem Geschäftzszahlen: Die Aktien von Wirecard legten um 0,27 Prozent zu. Der Zahlungsabwickler blickt nach einem Umsatz- und Gewinnanstieg im vierten Quartal optimistischer auf das neue Jahr.

Kursgewinne von 1,39 Prozent gab es bei den zuletzt arg gebeutelten Papieren des LED-Industrieausrüsters Aixtron. Börsianer verwiesen auf gute Zahlen und einen erfreulichen Ausblick des US-amerikanischen LED-Herstellers Cree als Triebfeder für die Papiere des deutschen Zulieferers. Auch die Titel des Cree-Konkurrenten Osram profitierten dem Händler zufolge von den Geschäftszahlen. Sie verteuerten sich um 4,46 Prozent.