Dax geht orientierungslos ins Wochenende

Der deutsche Aktienmarkt hat die Woche mangels frischer Konjunkturimpulse ohne klare Richtung beendet. Der Dax bewegte sich am Freitag orientierungslos in einem Zickzack-Kurs und schloss 0,05 Prozent höher bei 9252,94 Punkten.

Daraus ergab sich auf Wochenbasis ein Minus von 0,42 Prozent. Der MDax, in dem mittelgroße Unternehmen enthalten sind, stieg um 0,42 Prozent auf 16 290,12 Punkte. Der TecDax der Technologietitel sank hingegen um 0,64 Prozent auf 1263,64 Punkte.

«Der Dax hat den November-Blues. Anders kann man es kaum bezeichnen, was der Index seit einigen Tagen vollzieht. Denn die US-Märkte hatten die Vorlage für einen Anstieg Richtung 9500 Punkte gegeben», kommentierte Marktbeobachterin Sarah Brylewski vom Brokerhaus Ayondo.

Aktuelle Wirtschaftsdaten aus der Eurozone fielen Experten zufolge alles anderes als ermutigend aus. So war Deutschland im Sommer nur knapp an einer neuen Rezession vorbeigeschrammt. Dagegen war Frankreichs Wirtschaft überraschend gut in Schwung gekommen. Die Bekanntgabe mehrerer US-Konjunkturdaten, darunter die Einzelhandelsumsätze und der Konsumklimaindex der Universität Michigan, hatte praktisch keine Auswirkungen auf den Dax.

RWE-Papiere fielen nach Pressespekulationen über eine mittelfristige Senkung der Dividende des Versorgers am Dax-Ende um weitere 1,73 Prozent ab. In drei Tagen ging es bei RWE nun insgesamt um mehr als 7 Prozent abwärts, nachdem zuletzt bereits schwache Geschäftszahlen und Sorgen um den wackelnden Verkauf der Öl- und Gasfördertochter Dea die Papiere belastet hatten.

Aktien des Pharma- und Chemiekonzerns Merck sprangen zeitweise auf ein Rekordhoch, konnten dies jedoch nach den starken Gewinnen vom Vortag nicht lange halten. Letztlich verloren sie rund ein halbes Prozent. An der Dax-Spitze lagen Papiere von Adidas, die mit plus 2,44 Prozent auf den höchsten Stand seit Ende August kletterten.

Salzgitter-Aktien stachen nach positiven Analystenstudien mit einem Zuwachs von mehr als 8 Prozent heraus. Airbus-Titel zogen um 1,39 Prozent an. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern hatte trotz rückläufiger Flugzeug-Auslieferungen im Sommer deutlich zugelegt.

Im TecDax bildeten Drillisch-Aktien mit minus 6,19 Prozent das klare Schlusslicht. Der Mobilfunkanbieter hatte Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt und plant die Übernahme der Yourfone GmbH von Telefonica Deutschland mit 235 000 Kunden. Während die Geschäftsentwicklung am Markt Wohlgefallen fand, kritisierten Experten den geschätzten Kaufpreis für Yourfone als relativ hoch.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone stieg um 0,10 Prozent auf 3059,99 Punkte. Die Leitindizes an den Aktienmärkten in Paris und London präsentierten sich ebenfalls freundlich. An der Wall Street sank der Dow Jones Industrial zuletzt um 0,10 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,65 (Vortag: 0,67) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,26 Prozent auf 138,55 Punkte. Für den Bund Future ging es um 0,07 Prozent auf 151,79 Punkte nach oben. Der Kurs des Euro stieg im späten Geschäft auf zuletzt 1,2487 US-Dollar. Am Mittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2436 (Donnerstag: 1,2456) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8041 (0,8028) Euro.