Dax geht wegen Gewinnmitnahmen die Puste aus

Der Erholungskurs im Dax währte nur kurz: Nach dem starken Vortag haben Anleger Gewinne mitgenommen. Auch die leicht positive Wall Street lieferte nicht genügend Rückenwind, der deutsche Leitindex schloss mit einem Abschlag von 0,69 Prozent auf 10 217,03 Punkte.

Dax geht wegen Gewinnmitnahmen die Puste aus
Fredrik Von Erichsen Dax geht wegen Gewinnmitnahmen die Puste aus

Am Vortag hatte noch die Euphorie über eine länger moderate Zinspolitik in den USA für einen Kurssprung im Dax gesorgt. Hiervon hätten sich die Anleger aber zur Wochenmitte nicht mehr in den Markt locken lassen, sagte Jochen Stanzl von CMC Markets. Felix Bundschuh von der Landesbank Baden-Württemberg verwies zudem auf schwache Exportdaten aus China, die hierzulande auf die Kurse gedrückt hätten.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es um 0,32 Prozent auf 20 824,65 Punkte nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax schloss dagegen 0,05 Prozent höher bei 1698,47 Zählern.

An der Dax-Spitze setzten die Aktien von Eon und RWE ihre Erholungsbewegung mit Kursgewinnen von 3,53 und 2,83 Prozent fort. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte unter Berufung auf informierte Personen berichtet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihr neues Kaufprogramm für Unternehmensanleihen mit dem Erwerb von Versorgerpapieren begonnen habe.

Dagegen sanken die Continental-Titel um 1,59 Prozent. Händler sahen Berichte in der südkoreanischen Presse über einen möglichen Einstieg beim Branchenkollegen Kumho Tire als Belastung. Für Stada-Aktien ging es wegen jäh abgekühlter Übernahmefantasien um 1,65 Prozent bergab: Der Generika-Hersteller dementierte Spekulationen über vermeintliche Übernahmegespräche mit dem Finanzinvestor CVC Capital.

Im SDax der geringer kapitalisierten Unternehmen nahmen die Anleger bei Heidelberger Druck nach endgültigen Zahlen Gewinne mit. Die Aktien verloren 0,86 Prozent. Seit Anfang Mai hatten sich die Anteilsscheine des Druckmaschinenherstellers allerdings um über ein Drittel verteuert.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,69 Prozent tiefer bei 3019,76 Punkten. Auch der Pariser CAC-40-Index gab nach, während der Londoner FTSE 100 etwas zulegte. Der Dow Jones Industrial in New York stand zum Handelsschluss in Europa moderat im Plus - zeitweise war der US-Leitindex erneut über die Marke von 18 000 Punkten gesprungen.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von minus 0,01 Prozent auf das Rekordtief von minus 0,05 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,11 Prozent auf 142,77 Punkte. Der Bund-Future gewann zuletzt 0,01 Prozent auf 164,38 Punkte. Der Kurs des Euro stieg bis zum frühen Abend leicht über 1,14 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor noch auf 1,1378 (Dienstag: 1,1348) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8789 (0,8812) Euro.