Dax gibt Gewinne ab

Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag nach einem furiosen Auftakt im Handelsverlauf einen Großteil seiner Gewinne wieder abgegeben.

Der Dax verzeichnete zuletzt nur noch ein Plus von 0,44 Prozent bei 9035 Punkten und fiel zwischendurch sogar erneut unter die viel beachtete 9000-Punkte-Marke. Am Vormittag war der deutsche Leitindex wegen der Hoffnung auf zunächst weiterhin niedrige US-Leitzinsen zunächst um bis zu 1,6 Prozent gestiegen.

Der MDax notierte zuletzt 0,34 Prozent tiefer bei 15 325 Punkten. Der TecDax stieg um 0,87 Prozent auf 1192 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zeigte sich prozentual unverändert zum Vortagesschluss.

Für die abbröckelnden Gewinne am Nachmittag machten Händler eine schwächere Tendenz des vorbörslichen Handels in den USA aus. Der deutsche Aktienmarkt hänge vor dem Start der US-Berichtssaison in besonderem Maße an der Wall Street, sagte ein Marktbeobachter.

Ein anderer Händler nannte auch das Herbstgutachten der führenden deutschen Wirtschaftsforscher als Belastungsfaktor. Die Institute rechnen für 2014 nur noch mit 1,3 Prozent mehr Wirtschaftsleistung. Im kommenden Jahr dürfte die Konjunktur um 1,2 Prozent zulegen. Vor einem halben Jahr hatten die Experten noch 1,9 Prozent Wachstum für 2014 und 2,0 Prozent für 2015 vorausgesagt.

Im Dax gehörten die Papiere der Energieversorger RWE und Eon mit Verlusten von knapp einem Prozent zu den unattraktivsten Werten. Händlern zufolge belasteten negative Aussagen des Chefs des französischen Energiekonzerns EDF den Sektor.

Laut «Financial Times» hatte Henri Proglio den deutschen Energiemarkt als «Desaster» bezeichnet. Die Unternehmen stünden unter riesigem Druck. «Eines ist mehr oder weniger tot, das andere ist in einer sehr schwierigen Situation», zitierte ihn das Blatt. Tagesverlierer im Leitindex waren die Titel der Deutschen Bank, die um 1,64 Prozent absackten.

Im MDax fielen Südzucker-Aktien nach der Vorlage unerwartet schwacher Quartalszahlen um mehr als 11 Prozent. Im zweiten Geschäftsquartal hatte sich bei Europas größtem Zuckerkonzern der Rückgang bei Umsatz und operativem Ergebnis beschleunigt. Südzucker bestätigte die trübe Jahresprognose. Anfang der Woche waren die Südzucker-Aktien auf den tiefsten Stand seit Anfang 2009 gefallen.

Auch Gerresheimer-Titel verbilligten sich um über 11 Prozent und setzten damit ihre Talfahrt fort. Der Verpackungshersteller hatte am Vorabend einen ersten Ausblick für 2015 gegeben und seine mittelfristigen Erwartungen mehr oder weniger bestätigt. Die Einschätzungen für das kommende Jahr stimmten nicht gerade zuversichtlich, sagte ein Börsianer.

Am Rentenmarkt stand die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere unverändert bei 0,73 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,01 Prozent auf 137,92 Punkte. Der Bund Future gewann 0,01 Prozent auf 150,34 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2763 (Mittwoch: 1,2645) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7835 (0,7908) Euro.