Dax gibt im ruhigen Handel nach

Der Dax hat am Freitag bei dünner Nachrichtenlage nachgegeben. Der Handel verlaufe nach dem nervösen Auf und Ab der vergangenen Tage aber recht ruhig, hieß es.

Dax gibt im ruhigen Handel nach
Fredrik Von Erichsen Dax gibt im ruhigen Handel nach

Bis zur Mittagszeit sank der deutsche Leitindex um 0,83 Prozent auf 10 126,16 Punkte, was im gesamten Wochenverlauf immer noch ein Plus von etwas weniger als 1 Prozent bedeuten würde.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank an diesem Morgen um 1,05 Prozent auf 19 552,42 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor zur selben Zeit 1,07 Prozent auf 1711,41 Punkte und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,73 Prozent nach.

Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black sprach von nur sehr wenigen Impulsen für den Markt. «Viele Händler warten an den Seitenrändern auf die nächste Woche.» Dann werden sich alle Augen auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank richten. Es herrscht weiter große Unsicherheit, ob die Fed den Leitzins bereits im September erstmals seit fast einer Dekade anheben wird.

Erneut tummelten sich die schwer gebeutelten Versorger RWE und Eon abgeschlagen auf den letzten Plätzen und fielen auf neue Rekordtiefs: Die Eon-Papiere büßten 2,42 Prozent ein und die RWE-Aktien folgten mit minus 1,96 Prozent. Neben negativen Analystenkommentaren drückte ein Zeitungsbericht auf die Stimmung. Wie das «Handelsblatt» in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, müssen die Energiekonzerne ihre Atomrückstellungen voraussichtlich drastisch aufstocken. «Ein Bad-Bank-Szenario der deutschen Versorger erscheint mehr und mehr als eine sehr wahrscheinliche Bedrohung», kommentierte ein Händler.

Bei der Lufthansa sind es nach wie vor die Verhandlungen mit ihren Piloten, die für Aufmerksamkeit sorgen. Nach dem abgebrochenen Pilotenstreik soll wieder an den Verhandlungstisch zurückgekehrt werden. Die Anteilsscheine von Deutschlands größter Fluggesellschaft zeigten sich zuletzt prozentual unverändert.

Schwache Geschäftszahlen brachten im MDax die Aktien von Gerry Weber unter Druck. Sie büßten 8,55 Prozent ein und erreichten zeitweise den tiefsten Stand seit etwas mehr als vier Jahren. Der Modekonzern, der bereits drei Mal in diesem Jahr seine Jahresprognosen gekappt und damit seine Aktien auf Talfahrt geschickt hatte, wird in Kürze in den SDax absteigen.