Dax gibt nach Rekorden etwas nach

Zum Ausklang einer weiteren Rekordwoche hat der Dax am Freitag eine Verschnaufpause eingelegt. Mangels Impulsen vom US-Aktienmarkt sank der deutsche Leitindex zum Handelsschluss um 0,29 Prozent auf 9007,83 Punkte.

Auf Wochensicht verzeichnete das Börsenbarometer damit ein Plus von 0,25 Prozent. Der MDax, der am Freitag im Verlauf erstmals die Schwelle von 16 000 Punkten überwunden hatte, rückte um 0,11 Prozent auf 16 006,94 Punkte vor. Der TecDax stieg um 0,55 Prozent auf 1136,08 Punkte.

Unbeeindruckt vom Verwaltungsstillstand in den USA und den unklaren Aussagen der US-Notenbank Fed zur Geldpolitik hatte der Dax mit einem Monatsgewinn von gut fünf Prozent einen «goldenen Oktober» hingelegt. Bei seinem Weg von Rekord zu Rekord hatte der deutsche Leitindex zunächst zur Wochenmitte im Verlauf bei 9070 Punkten einen Höchststand markiert. Und erst am Vortag hatte für das Standardwerte-Barometer ein Schlussrekord von 9033 Punkten auf der Kurstafel gestanden.

Experten trauen dem Markt aber noch mehr zu. «Rein statistisch gesehen haben nun die Bullen alle Trümpfe in der Hand, denn ab dem 1. November beginnt die saisonal beste Phase an den Aktienmärkten», sagte Sarah Brylewski vom Broker Gekko Markets.

Nach einer turbulenten Bilanzwoche waren Impulse am Freitag eher dünn gesät. Unter den Einzelwerten zogen die Aktien des Salz- und Düngerherstellers K+S an der Dax-Spitze um 2,18 Prozent auf 19,20 Euro an. Der Vertriebschef des Wettbewerbers Uralkali hatte in einem Interview gesagt, der Kalipreis in China habe sich stabilisiert. Ein Händler meinte, es sei ein positives Zeichen für K+S, dass die Preise offenbar nicht weiter in den Keller rutschten.

Volkswagen-Vorzüge stiegen um 0,67 Prozent. Damit zählten sie erneut zu den Favoriten im Dax. Kreisen zufolge ist der Autobauer mit einem Absatzplus in letzte Jahresviertel gestartet.

Konsolidierungsfantasien stützten europaweit den Telekomsektor. Am Markt wird über mögliche Übernahmepläne des US-Konzerns AT&T bei der Vodafone-Gruppe spekuliert. Anteile der Deutschen Telekom profitierten mit einem Kursplus von 0,22 Prozent. Am Dax-Ende hingegen fielen die Aktien des Baustoffunternehmens HeidelbergCement und des Medizinkonzerns Fresenius um jeweils rund zwei Prozent. Die Firmen präsentieren in der kommenden Woche ihre Quartalszahlen.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone schloss 0,52 Prozent tiefer bei 3052,14 Punkten. Auch die Börse in Paris verzeichnete Verluste, wohingegen in London der Leitindex FTSE 100 kaum verändert aus dem Handel ging. In New York legte der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa moderat zu.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,35 (Vortag: 1,36) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 134,27 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,15 Prozent auf 141,80 Punkte. Der Kurs des Euro gab ebenfalls nach. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3505 (Donnerstag: 1,3641) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7405 (0,7331) Euro.