Dax gibt vor Fed-Zinsentscheid etwas nach

Nach der Rekordjagd zum Wochenauftakt hat sich der deutsche Aktienmarkt am Dienstag eine Verschnaufpause gegönnt. Vor der anstehenden Zinsentscheidung in den USA hätten sich die Anleger mit neuen Engagements zurückgehalten, sagte Gregor Kuhn von IG Markets.

Der Dax stand nach einem eher lustlosen Verlauf bei Börsenschluss mit 0,19 Prozent im Minus bei 8596,95 Punkten. Der MDax verlor 0,54 Prozent auf 14 923,85 Punkte, nachdem auch er zum Wochenauftakt eine neue Bestmarke gesetzt hatte. Der TecDax schloss am Dienstag 0,49 Prozent leichter bei 1070,61 Punkten.

Selbst gute Konjunkturdaten konnten dem Handel nicht auf die Sprünge helfen. So war der ZEW-Index für die deutsche Wirtschaft im September überraschend deutlich auf den höchsten Stand seit April 2010 gestiegen.

Marktanalyst Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank schätzt allerdings, dass der Dax seine Abwärtsbewegung noch bis ans Ende der Woche fortführen dürfte. Alle Augen seien nun auf die USA gerichtet, wo am Abend die Sitzung des Offenmarkttausschusses der Fed beginnt. Die Notenbanker werden dann am Mittwoch bekanntgeben, ab wann sie ihre bisher ultralockere Geldpolitik wieder dämpfen werden.

«Unklar ist auch, in welchem Umfang die Drosselung der Anleihenkäufe ausfallen wird», so Marktexperte Duwe. Spekuliert werde über eine Summe von bis zu 15 Milliarden Dollar pro Monat. Zuletzt hatte die Fed monatlich Anleihen im Wert von 85 Milliarden Dollar erworben. Die umfangreichen Anleihenkäufe der Notenbank gelten als Auslöser des aktuellen Börsenhöhenflugs.

Unter den Einzelwerten standen bei Börsenschluss Continental mit minus 3,11 Prozent auf 123 Euro am Dax-Ende. Eine Platzierung von vier Prozent der Aktien zu je 122,50 Euro durch Großaktionär Schaeffler setzte die Papiere unter Druck. Durch die Platzierung der rund acht Millionen Papiere sinkt die Beteiligung des Familienunternehmens an dem Hannoveraner Reifenhersteller und Autozulieferer von knapp 50 auf rund 46 Prozent.

Die Aktien von K+S blieben weiter deutlich bewegt. Nach den kräftigen Kursgewinnen der vergangenen Tage gaben die Titel am Dienstag um 2,48 Prozent nach. Zu neuen Spekulationen um den Kalipreis auf dem in Turbulenzen geratenen Markt gesellte sich eine gekürzte Absatzprognose des US-Wettbewerbers Mosaic. Ein Händler sagte, das habe auch den Kurs des Kasseler Salz- und Düngemittelherstellers belastet.

Den Dax führten Adidas mit einem Aufschlag von 1,37 Prozent an. Deutsche Bank zeigten sich nach einer Kaufempfehlung durch die UBS mit plus 1,10 Prozent gegen die Tendenz europäischer Bankenwerte fester. Autowerte zählten nach mit Enttäuschung aufgenommenen Zahlen des europäischen Branchenverbandes ACEA hingegen zu den Verlierern, wobei Volkswagen mit minus 1,53 Prozent am deutlichsten nachgaben.

Favorit im MDax waren mit einem Aufschlag von 1,58 Prozent die Papiere von Südzucker. Am Index-Ende landeten mit minus 3,55 Prozent die Papiere der SGL Group. SMA Solar sprangen im TecDax mit plus 7,67 Prozent an die Spitze. Die Papiere profitierten von der am Vortag angekündigten Kooperation des Solarzulieferers mit vier Partnern bei der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Auch an den europäischen Börsen ging es abwärts: Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone schloss 0,13 Prozent leichter bei 2890,95 Punkten. Ebenso verbuchten die Leitindizes in London und Paris Verluste. In New York lag der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa dagegen mit 0,26 Prozent im Plus.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,56 Prozent am Vortag auf 1,57 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 132,72 Punkte. Der Bund-Future legte um hauchdünne 0,01 Prozent auf 138,17 Punkte zu. Der Kurs des Euro erholte sich am Abend wieder etwas. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,3356 (Montag: 1,3357) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7487 (0,7487) Euro.