Dax im Minus - US-Einigung keine Überraschung mehr

Die Einigung im US-Haushaltsstreit hat dem Dax am Donnerstag keine Gewinne mehr gebracht. Der Leitindex lag am frühen Nachmittag mit 0,85 Prozent im Minus bei 8770 Punkten. Die Anleger hatten bereits am Mittwoch auf eine Einigung gesetzt und dem Leitindex zu einem Rekordschlussstand verholfen.

Der MDax bewegte sich mit einem minimalen Abschlag von 0,03 Prozent auf 15 444 Punkte kaum vom Fleck. Der TecDax gab um 0,07 Prozent auf 1097 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 0,56 Prozent auf 2998 Punkte ein.

Die wichtigsten Börsenindizes in Europa hatten am Morgen ihre Verluste ausgeweitet, nachdem die chinesische Ratingagentur Dagong die Kreditwürdigkeit der USA gesenkt hatte. Am Nachmittag sorgten dann enttäuschende Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten für zusätzlichen Abwärtsdruck. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe waren in der vergangenen Woche weniger als erwartet gesunken.

Das US-Fiskaldrama scheine in den Kursen abgehakt, erklärten Marktstrategen. Nun richteten die Anleger ihre Aufmerksamkeit wieder auf die US-Geldpolitik, die Konjunktur und die laufende Berichtssaison. Die Investoren hätten nie wirklich geglaubt, dass die USA zahlungsunfähig werden, erklärte Marktanalyst Craig Erlam vom britischen Broker Alpari. Gleichzeitig betonte der Experte, dass die nun gefundene Einigung im Grunde keine wirkliche Lösung sei, die Politiker hätten das Problem lediglich auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Der US-Kongress hatte sich nach wochenlangem Streit darauf geeinigt, das Schuldenlimit der USA vorübergehend bis zum 7. Februar anzuheben. Die Regierung, die seit mehr als zwei Wochen ohne verabschiedeten Haushalt arbeitet, erhält für das Budget lediglich eine bis zum 15. Januar finanzierte Übergangslösung.

Am Dax-Ende sanken Eon-Aktien nach einer Studie der Schweizer Großbank UBS um 3,37 Prozent auf 13,76 Euro. Die jüngste Kurserholung werde nicht von den Fundamentaldaten unterstützt, schrieb Analyst Patrick Hummel. Die T-Aktien büßten als zweitschwächster Dax-Wert rund zwei Prozent ein. Nach einer Phase überdurchschnittlicher Kursentwicklung seien die Titel ausreichend hoch bewertet, meinte der Experte Emmet Kelly von der US-Investmentbank Merrill Lynch. Die Titel des Handelskonzerns Metro legten angesichts erfreulicher Umsatzzahlen des französischen Branchenkollegen Carrefour eine Berg- und Talfahrt hin und stiegen zuletzt um 1,14 Prozent.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,56 Prozent am Vortag auf 1,55 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 133,01 Punkte. Der Bund-Future kletterte um 0,09 Prozent auf 139,47 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3662 (Mittwoch: 1,3561) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7320 (0,7374) Euro.