Dax im ruhigen Feiertagshandel kaum verändert

Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag weitgehend ohne klare Richtung präsentiert. Am Tag der Deutschen Einheit verlor der Dax im ruhigen Feiertagshandel bis zum Mittag 0,19 Prozent auf 8613 Punkte.

Der MDax mittelgroßer Werte verlor 0,04 Prozent auf 15 120 Punkte und der TecDax gab 0,06 Prozent auf 1095 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 drehte ebenfalls ins Minus und stand zuletzt 0,26 Prozent tiefer.

Nach der italienischen Regierungskrise hätten die Märkte nun wieder etwas ruhigeres Fahrwasser gefunden, sagte Händler Nick Dale-Lace vom Broker CMC Markets. Das Hauptthema am Markt blieb jedoch der Etatstreit in den USA und der damit einhergehende teilweise Verwaltungsstillstand, nachdem ein Spitzengespräch zwischen US-Präsident Barack Obama und Vertretern des Kongresses ergebnislos blieb.

Obama hatte zudem gewarnt, dieser Streit sei nicht das übliche politische Haushaltsgerangel. Das habe an den Märkten die Befürchtung genährt, dass es in den heraufziehenden Verhandlungen um die Schuldenobergrenze tatsächlich zu einem teilweisen Zahlungsausfall der USA kommen könnte, kommentierte Marktstratege Ishaq Siddiqi vom Broker ETX Capital.

Aktien von K+S setzten sich mit plus 4,56 Prozent an die Dax-Spitze. Die Papiere des Düngemittelherstellers reagierten damit positiv auf einen Medienbericht, wonach ein großes Aktienpaket am russischen Kali-Weltmarktführer Uralkali wohl an heimische Käufer gehen soll. Kreisen zufolge will der Kreml auch das Preiskartell mit dem weißrussischen Staatskonzern Belaruskali wiederbeleben. Der Ausstieg von Uralkali hatte Ende Juli wegen des drohenden Preiskriegs für massive Verwerfungen am Kalimarkt gesorgt.

Hochtief-Titel erholten sich im MDax um 1,40 Prozent. Sie waren am Vortag wegen australischer Medienberichte zu mutmaßlicher Korruption bei der Tochter Leighton schwer in Mitleidenschaft geraten und hatten knapp acht Prozent verloren. Die Aktien der RTL Group gaben 0,68 Prozent ab. Großaktionär Bertelsmann hat seinen Bestand an RTL-Aktien um zwei Millionen Anteilscheine verringert, und fand dabei ohne den üblichen Platzierungsabschlag neue Käufer. Nach dem Verkauf hält Bertelsmann mit 75,1 Prozent immer noch eine satte Mehrheit an der Fernsehgruppe.