Dax kämpft sich wieder über die 9000-Punkte-Marke

Der Dax hat sich am Donnerstag nach einem zunächst schwächeren Verlauf wieder über die viel beachtete Marke von 9000 Punkten vorgekämpft.

Die Enttäuschung über die unklaren Aussagen der US-Notenbank (Fed) habe der Markt nun langsam verdaut, sagten Börsianer. Der Leitindex pendelte im Verlauf aber in einer engen Bandbreite und stand zuletzt mit 0,11 Prozent im Plus bei 9020 Punkten. «Solange die Fed absehbar die Geldschleusen nicht schließt, wird es weiter nach oben gehen», kommentierte Marktexperte Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel.

Auch die an diesem Tag zum Teil schwächeren Unternehmensbilanzen seien inzwischen abgearbeitet. Konjunkturdaten aus Europa und den USA bewegten hierzulande kaum. Der MDax kletterte zuletzt um 0,17 Prozent auf 15 967 Punkte, während sich der TecDax mit minus 0,02 Prozent auf 1127 Punkte nahezu unverändert zeigte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone stieg um 0,57 Prozent auf 3058 Punkte.

Erst am Vortag hatte der Dax in der Hoffnung auf eine anhaltende Geldschwemme aus den USA einen neuen Rekord bei 9070 Punkten markiert. Tatsächlich macht die US-Notenbank wie von den meisten Beobachtern erwartet vorerst keine Abstriche an ihren milliardenschweren Anleihekäufen. Da sich die Fed aber zu ihrem Zeitplan weiter bedeckt hielt, wird nun an den Finanzmärkten weiter spekuliert. Einige Experten glauben dass die US-Notenbank möglicherweise doch noch Ende dieses Jahres die Anleihenkäufe zurückfährt, die meisten rechnen aber erst damit im kommenden Frühjahr.

Unterdessen geht in Deutschland die Berichtssaison mit vollem Schwung weiter. Im Dax verloren Lufthansa nach endgültigen Quartalszahlen als einer der schwächsten Dax-Werte 1,84 Prozent auf 14,415 Euro. Bayer notierten nach der Bilanzvorlage um 0,73 Prozent schwächer. Im MDax schnellten Gea mit einem Plus von 4,41 Prozent auf 32,325 Euro auf den ersten Index-Platz, in der Spitze wurde die Aktie mit 33,18 Euro gehandelt und war damit so teuer wie noch nie. Eine hohe Nachfrage aus der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie hatte dem Maschinenbauer weiter gute Geschäfte beschert.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,36 (Vortag: 1,40) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 134,19 Punkte. Der Bund-Future zog um 0,43 Prozent auf 142,06 Punkte an. Der Kurs des Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3641 (Mittwoch: 1,3755) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7331 (0,7270) Euro.