Dax knickt wegen Konjunktursorgen zum Wochenschluss ein

Der Dax hat seinen jüngsten holprigen Ritt am Freitag fortgesetzt und steuert nach erneuten Verlusten auf ein dickes Wochenminus zu.

Am Nachmittag stand der deutsche Leitindex 1,56 Prozent tiefer bei 9708,99 Punkten. Im bisherigen Wochenverlauf summiert sich das Minus damit auf mehr als dreieinhalb Prozent.

Dabei hatte der Dax Ende der Vorwoche noch eine neue Bestmarke bei 10 093 Punkten erklommen. Für den Index der mittelgroßen Werte, den MDax, ging es am Freitag um 1,21 Prozent auf 16 455,41 Punkte nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax fiel um 0,86 Prozent auf 1340,00 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte 1,58 Prozent ein.

Marktanalyst Gregor Kuhn vom Broker IG sieht eine «ganze Palette» von Belastungsfaktoren, die den Dax in die Defensive drängten: Die Anleger sorgten sich angesichts der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Griechenland um eine Rückkehr der Krise in dem Land. Hinzu komme die Talfahrt der Ölpreise.

Die Nachfrageschwäche nach dem Rohstoff weckt mittlerweile Bedenken in puncto Wirtschaftswachstum. Das im Oktober kaum vorhandene Wachstum der Industrie der Eurozone dürfte die Konjunktursorgen der Anleger kaum gemindert haben.

Auf die Stimmung drückte einem Händler zufolge auch die Entwicklung der Wall Street. So hatten die US-Börsen am Vortag im späten Handel einen Großteil ihrer Gewinne eingebüßt. Am Freitag zeichneten sich kurz vor Handelsbeginn Kursverluste ab.

Einziger Gewinner im Dax waren die Aktien der Lufthansa mit einem Plus von 0,14 Prozent. Aktien von Fluggesellschaften hatten zuletzt immer wieder vom Ölpreis-Rückgang profitiert. Auf ihrem Sparkurs fand die Fluggesellschaft zudem eine konzerninterne Lösung für die geplanten kostengünstigeren Langstreckenflüge unter der Lufthansa-Marke. Im kommenden Jahr soll sollen acht Langstreckenjets vom Typ Airbus A340-300 auf die Tochter Lufthansa-Cityline übertragen und dann samt Cockpit-Besatzung zurück gemietet werden.

Im Fokus standen die Aktien der Commerzbank wegen einer möglichen Milliardenstrafe. Die Papiere der teilverstaatlichten Bank verbilligten sich um 2,32 Prozent und bauten damit die Verluste der vergangenen Handelstage aus.

Das Institut müsse in den USA wegen des Vorwurfs von Verstößen gegen Geldwäsche- und Sanktionsgesetze womöglich mehr 1 Milliarde Dollar zahlen, berichtete die «Financial Times» («FT»). Zuletzt sei noch über eine Summe von mehr als 800 Millionen Dollar spekuliert worden, sagte ein Händler.

Schlechter waren nur die BASF-Titel, die im Sog des Ölpreis-Verfalls und wegen einer Abstufung durch die US-Investmentbank Morgan Stanley 3,20 Prozent verloren. Der Chemieriese ist über seine Tochter Wintershall im Öl- und Gasgeschäft aktiv.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,58 Prozent am Vortag auf 0,55 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 139,18 Punkte. Für den Bund Future ging es um 0,32 Prozent auf 154,67 Punkte nach oben. Der Kurs des Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2450 (Donnerstag: 1,2428) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8032 (0,8046) Euro.