Dax kommt nach Gewinnserie ins Straucheln

Auf dem Marsch zur Marke von 10 000 Punkten ist der Dax ins Straucheln gekommen.

Nach einer zwölftägigen Gewinnserie startete der deutsche Leitindex mit einem Verlust in den letzten Handelsmonat des Jahres und entfernte sich damit wieder etwas von der viel beachteten Marke.

Schwache Vorgaben aus Übersee und maue Stimmungsdaten aus China bremsten zunächst laut Börsianern aus. Die am Morgen veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes aus dem Industriesektor drückten den Index dann im frühen Handel noch tiefer in die Minuszone. So baute der Dax seinen Verlust auf zuletzt 0,69 Prozent auf 9911,95 Punkte aus.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor 0,29 Prozent auf 16 934,86 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,24 Prozent auf 1343,78 abwärts. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sank um mehr als ein Prozent.

In der Eurozone, Deutschland und Italien waren die Einkaufsmanagerindizes für den Industriesektor schwächer ausgefallen als erwartet, während Spanien und Frankreich besser abschnitten. «Die Konjunktursorgen werden mit den Stimmungsindikatoren zwar nicht verstärkt, die Niveaus sind aber mit Ausnahme Spaniens sehr niedrig, so dass die europäische Wirtschaft wohl keine Wachstumsdynamik aufnehmen wird», sagte Ulrich Wortberg von der Helaba. Spekulationen auf weitergehende Lockerungsmaßnahmen der EZB blieben damit im Markt.

Unter den Einzelwerten kletterten Eon nach der angekündigten Rosskur mit knapp 5 Prozent Kursplus an die Dax-Spitze. Der Dax-Konzern will sich auf Erneuerbare Energien, Energienetze und Kundenlösungen konzentrieren. Das frühere Brot- und Butter-Geschäft mit Atom, Kohle und Gas will Eon hingegen loswerden. Im laufenden Jahr erwartet der Konzern wegen Abschreibungen einen hohen Verlust. Ein Analyst wertete den Umbau positiv. In diesem Sog waren RWE mit plus 1,80 Prozent zweitstärkster Dax-Wert.

Im MDax schossen die Gagfah-Papiere nach einer Offerte mit plus 13,61 Prozent an die Index-Spitze. Die Immobiliengesellschaft Deutsche Annington will den Wettbewerber übernehmen. Die ebenfalls im MDax gelisteten Deutsche-Annington-Papiere gaben um mehr als zwei Prozent nach. Im SDax knickten die Papiere von Borussia Dortmund um 5,70 Prozent ein. Der einzige börsennotierte deutsche Fußballverein ist nach der weiteren Niederlage gegen Eintracht Frankfurt am Wochenende nun Tabellenletzter der Bundesliga - die für die Einnahmen so wichtige Qualifikation für die Champions League ist damit in weiter Ferne.