Dax kommt nach Rally kaum vom Fleck - «Die Luft wird dünner»

Der Dax ist nach seinem jüngsten Rekordlauf am Mittwoch kaum von der Stelle gekommen. «Die Luft für den deutschen Leitindex wird zunehmend dünner», schrieb Marktanalyst Christian Henke vom Wertpapierhändler IG.

Auch positiv aufgenommene Unternehmenszahlen gaben letztlich keine Impulse. Auch Griechenland spielte nach der Übereinkunft um eine Fortführung des Hilfsprogramms zunächst keine Rolle mehr.

Am Nachmittag notierte der Dax 0,15 Prozent tiefer bei 11 189,05 Punkten. Tags zuvor hatte er dank der Hoffnung auf weiter niedrige US-Zinsen eine neue Bestmarke erreicht und auch auf dem höchsten Stand seiner Geschichte geschlossen. Die amerikanische Notenbankchefin Janet Yellen hatte vor dem Bankenausschuss des US-Senats bekräftigt, dass sie derzeit keine Eile habe, sich von der jahrelangen Nullzinspolitik zu verabschieden.

An diesem Mittwoch spricht Yellen noch einmal vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses. Beobachter rechnen aber damit, dass sie ihre gestrige Rede wiederholen wird.

Analyst Andreas Paciorek von CMC Markets erinnerte derweil daran, dass am kommenden Montag die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) beginnen. Das billige Geld der Notenbanken ist seit Jahren der wichtigste Treibstoff für die Börsen.

Der MDax der mittelgroßen Werte gab zur Wochenmitte um 0,51 Prozent auf 19 725,86 Punkte nach, wogegen der Technologiewerte-Index TecDax 0,09 Prozent auf 1571,67 Punkte gewann. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,25 Prozent auf 3538,07 Zähler.

Einzelwerte standen mit ihren Geschäftszahlen im Fokus. Beim Medizinkonzern Fresenius und seiner Dialysetochter FMC reichten ordentliche Resultate für Kursgewinne von 1,01 und 2,95 Prozent. Die Aktien waren seit Jahresbeginn dem Dax hinterher gehinkt - besonders die Papiere von FMC, die nun sogar auf ein Rekordhoch kletterten.

Die im bisherigen Jahresverlauf ebenfalls schwach gelaufenen Aktien der Versorger Eon und RWE verkürzten derweil ihren Rückstand. Sie gehörten wie bereits am Vortag mit Aufschlägen von 2,41 und 1,34 zu den Favoriten der Anleger.

Auch in den übrigen Indizes erreichten zahlreiche Werte neue Rekordstände: So sorgten das bislang beste Ergebnis der Aareal Bank und eine Dividendenanhebung für die Fortsetzung der Erfolgsstory auch an der Börse. Die im MDax notierte Aktie des Wiesbadener Immobilienfinanzierers erreichte bei 40,305 Euro eine neue Bestmarke. Zuletzt notierte sie noch 1,21 Prozent im Plus bei 39,400 Euro.

Die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere fiel auf 0,27 (Vortag: 0,31) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg hingegen um 0,23 Prozent auf 140,31 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,11 Prozent auf 159,13 Punkte. Der Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1346 (Vortag: 1,1328) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8814 (0,8828) Euro.