Dax legt nach China-Daten deutlich zu

Etwas beruhigende Konjunkturdaten aus China haben am deutschen Aktienmarkt eine kleine Rally ausgelöst.

Weil die Wirtschaft des riesigen Landes 2015 nicht wie teilweise befürchtet eingebrochen war, zogen die chinesischen Festlandbörsen und damit auch die Kurse hierzulande deutlich an. Zusätzlichen Auftrieb gab Händlern zufolge die deutliche Stabilisierung bei den Ölpreisen. Der jüngste Ölpreisverfall hatte seit Jahresbeginn oft Konjunktursorgen geweckt.

Der Dax war zwischenzeitlich um rund 2,5 Prozent in die Höhe geschnellt und lag am frühen Nachmittag noch mit 2,07 Prozent im Plus bei 9719,08 Punkten. Im noch jungen Jahr war er zuvor um fast 12 Prozent eingeknickt.

Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 2,35 Prozent auf 19 102,18 Punkte. Dank eines Kurssprungs bei den Aktien der Software AG zog der Technologiewerte-Index TecDax um 2,99 Prozent auf 1638,88 Punkte an. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um mehr als 2 Prozent nach oben.

Chinas Festlandbörsen reagierten mit deutlichen Gewinnen auf die jüngsten Konjunkturnachrichten. So war die Wirtschaft des riesigen Landes zwar im vergangenen Jahr mit 6,9 Prozent so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr gewachsen. Die Daten hätten aber die Ängste vor einer harten Landung der chinesischen Volkswirtschaft nicht bestätigt, schrieb Marktanalyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Das Wachstum sei schwach, es sei aber nicht zusammengebrochen.

Außerdem hätten die chinesischen Wirtschaftsdaten wieder die Hoffnung geweckt, dass die Regierung in den kommenden Monaten deutlich mehr Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur ergreift als bisher, ergänzte Markus Huber vom Wertpapierhändler City of London Markets.

Hierzulande konnte sich kaum ein Wert dem Aufwärtssog am Aktienmarkt entziehen. Besonders deutlich nach oben ging es für die Papiere der Software AG, die an der TecDax-Spitze um mehr als 13 Prozent auf das höchste Niveau seit April 2013 sprangen. Für Knut Woller, Analyst bei der Baader Bank, ist die wichtigste Überraschung die Wiederbelebung der Wachstumsstory dank der starken Entwicklung der Sparte DBP mit Integrationssoftware.

Favorit im MDax waren die Papiere von Zalando mit einem Plus von knapp 7 Prozent. Die vorläufigen Geschäftszahlen des Online-Modehändlers zum vierten Quartal seien nicht so schwach wie befürchtet ausgefallen, sagte ein Händler. Analyst Jürgen Kolb von Kepler Cheuvreux lobte, das Unternehmen habe es in einem schwierigen Umfeld geschafft, auf starkem Wachstumskurs zu bleiben und Marktanteile zu gewinnen.

Im Dax legten alle Werte zu. Die Nase vorn hatten die gebeutelten Versorger. So schnellten Eon um 5 und RWE um knapp 8 Prozent in die Höhe. Die Aktien beider Unternehmen waren im abgelaufenen Jahr wegen der Energiewende besonders stark unter Druck geratenen. Nun stützen positive Analystenkommentare. Börsianern zufolge verlören zudem energiepolitische Aussagen an Schärfe. 

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,37 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 140,45 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,15 Prozent auf 160,11 Punkte nach. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0868 (Montag: 1,0892) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9201 (0,9181) Euro.